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Mehr als 1.000 Festnahmen bei weltweiter Aktion gegen Menschenhandel

(Symbolbild) ©CANVA

Bei einer internationalen Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel haben Ermittlungsbehörden in 59 Staaten insgesamt 1.024 Verdächtige festgenommen.

Österreich leitete die unter dem Namen „Operation GLOBAL CHAIN“ durchgeführte Aktion gemeinsam mit Rumänien. Das teilte Europol am Montag mit.

Österreich führte internationale Operation an

Vom 8. bis 12. Juni 2026 beteiligten sich nach Angaben von Europol mehr als 40.000 Einsatzkräfte aus 59 Ländern an der „Operation GLOBAL CHAIN“. Die Aktion wurde von Europol, Frontex und INTERPOL koordiniert und fand im Rahmen der europäischen Sicherheitsplattform EMPACT statt. Österreich fungierte dabei als Aktionsleiter, Rumänien als Co-Leiter.

Ziel war es, Netzwerke des Menschenhandels aufzudecken, mutmaßliche Täter zu identifizieren, Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität einzuleiten und potenzielle Opfer zu schützen.

Mehr als 2.000 potenzielle Opfer identifiziert

Laut Europol wurden während der Einsatzwoche 2.070 Opfer und potenzielle Opfer identifiziert. Davon waren 1.908 Erwachsene und 162 Minderjährige. Zudem wurden 1.024 Personen festgenommen. Nach Angaben der Behörde stehen 334 davon im Verdacht, in Menschenhandel verwickelt zu sein, während 690 wegen anderer Straftaten festgenommen wurden. Darüber hinaus identifizierten die Ermittler 201 weitere mutmaßliche Menschenhändler. Insgesamt wurden 465 neue Ermittlungsverfahren eingeleitet und 80 Fälle von Dokumentenfälschung festgestellt.

Den Ermittlungen zufolge wurden 64,2 Prozent der erwachsenen Opfer zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gehandelt. Weitere Fälle betrafen Zwangskriminalität, Zwangsarbeit und Bettelkriminalität. Bei minderjährigen Opfern lag der Anteil der sexuellen Ausbeutung laut Europol sogar bei 86,4 Prozent.

Opfer aus 45 Herkunftsländern

Die Behörden überprüften während der Aktion nach Europol-Angaben rund 565.470 Personen, mehr als 360.000 Ausweisdokumente, rund 140.700 Fahrzeuge sowie über 20.000 Orte. Zudem wurden mehr als 6.100 Flüge und Schiffe kontrolliert.

Potenzielle Opfer stammten aus insgesamt 45 Ländern. Die meisten kamen laut Europol aus Kolumbien, Argentinien, Venezuela, Nepal und Moldau. Viele seien grenzüberschreitend oder sogar zwischen Kontinenten verschleppt worden.

Einsätze in mehreren Staaten

Europol berichtet von zahlreichen nationalen Ermittlungsmaßnahmen. In Belgien wurde laut den Behörden ein mutmaßlicher Menschenhändlerring zerschlagen, der minderjährige Mädchen über soziale Medien angeworben haben soll. In Frankreich deckten Ermittler ein Netzwerk auf, das drei Massagesalons betrieben haben soll. In Portugal wurden drei Verdächtige festgenommen, denen vorgeworfen wird, brasilianische Frauen unter falschen Versprechungen angeworben und zur Prostitution gezwungen zu haben.

Auch in den USA, der Ukraine, Moldau, Nigeria, Thailand, Island, Irland, Costa Rica und weiteren Staaten wurden Ermittlungen geführt, Verdächtige festgenommen sowie mutmaßliche Opfer identifiziert und betreut.

Zusammenarbeit über Kontinente hinweg

Zur Koordination richteten die Behörden zwei internationale Einsatzzentralen ein – eine in Skopje in Nordmazedonien für Europa, Afrika und Asien sowie eine weitere in Rio de Janeiro für Nord- und Südamerika. Nach Angaben von Europol tauschten die beteiligten Staaten dort laufend Erkenntnisse aus und koordinierten grenzüberschreitende Maßnahmen.

Im Vorfeld der Aktion fand zudem ein zweitägiger Online-Hackathon statt, bei dem Ermittler digitale Hinweise auswerteten. Dabei wurden laut Europol bereits 252 potenzielle Opfer, 80 mutmaßliche Menschenhändler identifiziert und 19 internationale Ermittlungsverfahren eingeleitet.

(VOL.AT)

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