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Mehr Elektrofahrzeuge in Österreich: E-Bikes bleiben Nummer eins

Fast 300.000 neue E-Fahrzeuge – doch ausgerechnet ein Bereich bremst plötzlich. Warum Experten trotzdem Hoffnung sehen.

E-Bikes dominieren weiter den Markt

Die Elektromobilität wächst in Österreich weiter – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik je nach Fahrzeugtyp. Insgesamt kamen im Jahr 2025 rund 292.100 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt, ein Plus von fünf Prozent, wie der VCÖ am Mittwoch mitteilte.

Elektrofahrräder dominieren in Österreich weiter. ©VOL-live/Mirjam Mayer

Den größten Anteil stellen erneut Elektrofahrräder: Mit knapp 223.000 Stück machen sie rund drei Viertel aller neuen E-Fahrzeuge aus. Trotz eines leichten Rückgangs um rund 3.300 Stück bleiben sie damit unangefochten an der Spitze.

Ein Elektroauto an einer Ladestation. ©APA/Barbara Gindl

Deutlich zugelegt haben hingegen Elektroautos. Ihre Neuzulassungen stiegen um mehr als 16.000 auf insgesamt 60.651 Fahrzeuge – der stärkste absolute Zuwachs unter allen Kategorien.

Nutzfahrzeuge holen auf – aber von niedrigem Niveau

Auch bei Nutzfahrzeugen zeigt sich Bewegung, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

  • E-Klein-Lkw legten auf 4.684 Fahrzeuge zu
  • Schwere E-Lkw und Sattelzugmaschinen mehr als verdoppelten sich auf 405
  • Elektrobusse stiegen ebenfalls deutlich auf 237
Die Elektromobilität wächst in Österreich weiter. ©APA/HELMUT FOHRINGER

Prozentuell sind das die stärksten Zuwächse, auch wenn die absoluten Zahlen noch überschaubar bleiben.

VCÖ sieht großes Potenzial bei Pendlern

Für den VCÖ liegt ein zentraler Hebel in der stärkeren Nutzung von E-Bikes – insbesondere im Pendelverkehr.

E-Bikes bleiben klar die Nummer eins in Österreich. ©APA/HANS KLAUS TECHT

"Elektrofahrräder könnten wesentlich dazu beitragen, Staus und andere Verkehrsprobleme zu verringern. Voraussetzung ist aber eine sichere Infrastruktur fürs Radfahren", sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Mehr als die Hälfte der Arbeitswege in Österreich sei kürzer als zehn Kilometer – eine Distanz, die sich gut mit dem E-Bike bewältigen lasse. Der elektrische Antrieb helfe zudem bei Steigungen und verlängere die Reichweite. "Wenn es gelingt, einen Teil der kürzeren Arbeitswege zu verlagern, reduziert das nicht nur den Spritverbrauch, sondern auch Staus auf den Straßen", so Schwendinger.

Forderung nach besserer Infrastruktur

Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, brauche es laut VCÖ vor allem bessere Rahmenbedingungen:

  • sicherere Radwege
  • Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden
  • mehr Tempo-30-Zonen

Gerade hier sieht die Organisation Nachholbedarf.

Österreich hinkt international hinterher

Neben der Verkehrswende fordert der VCÖ auch mehr Tempo bei der Energiewende im Kfz-Verkehr. Im EU-Vergleich liege Österreich teils deutlich zurück.

So erreichte Dänemark bei Pkw-Neuzulassungen bereits einen Elektroanteil von 82 Prozent. Die Niederlande kamen bei Klein-Lkw ebenfalls auf 82 Prozent. In Österreich liegt dieser Wert bei nur 14 Prozent.

Firmenautos als Schlüssel

Ein entscheidender Ansatzpunkt seien Firmenfahrzeuge. Zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Unternehmen oder juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sogar rund 80 Prozent.

"Je höher der Anteil von Elektroautos bei Firmenwagen ist, umso mehr kommen in den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt", erklärte Schwendinger. Zusätzlich könnten gezielte Fördermodelle – etwa nach dem Vorbild des französischen ‚Social Leasing‘ – den Umstieg erleichtern.

Die Zahl neuer Elektrofahrzeuge ist im Vorjahr in Österreich erneut gestiegen. ©APA/Barbara Gindl

Strompreis als Streitpunkt

Kritik kommt auch beim Thema Energiepreise. Viele Haushalte erzeugen mittlerweile eigenen Strom über Photovoltaikanlagen. "Es ist absurd, wenn jene, die großteils Strom aus erneuerbarer Energie tanken, für die Teuerung von fossiler Energie zahlen müssen. Hier braucht es rasch eine Reform", betonte Schwendinger.

Ein Symbol markiert einen Parkplatz mit einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos. ©APA/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Fakten im Überblick

  • 292.088 neue Elektrofahrzeuge im Jahr 2025 (+14.453)
  • 222.730 E-Bikes (minus 3.346)
  • 60.651 E-Pkw (plus 16.029)
  • 4.684 E-Klein-Lkw (plus 1.756)
  • 405 schwere E-Lkw (plus 238)
  • 237 E-Busse (plus 132)

Quelle: VCÖ, VSSÖ, Austria Tech

Die Zahlen zeigen: Die Elektromobilität wächst – aber nicht überall gleich schnell. Während E-Bikes längst Alltag sind, steckt die Umstellung bei schweren Fahrzeugen noch in den Anfängen. Aber: Ohne bessere Infrastruktur und gezielte Maßnahmen werde laut VCÖ das Potenzial nicht ausgeschöpft.

(VOL.AT)

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