AA

Mehr Ertrag als am Dach? Neue PV-Idee aus Österreich

Flexible Solarstreifen für Gartenzäune: Sunbooster VERTICAL verwandelt Zäune in Sonnenkraftwerke.
Flexible Solarstreifen für Gartenzäune: Sunbooster VERTICAL verwandelt Zäune in Sonnenkraftwerke. ©SUNBOOSTER GmbH
Ein österreichisches Unternehmen macht den Gartenzaun zur Photovoltaikanlage: Sunbooster verspricht mit seiner neuen "Vertical+" bis zu 18,8 kW Leistung, dreiphasige Einspeisung und besonders hohe Erträge am Morgen und Abend.

Eine Photovoltaikanlage, die nicht am Dach montiert wird, sondern am Zaun entlangläuft – genau das will das Unternehmen Sunbooster mit seiner neuen "Vertical+"-Generation ermöglichen. Statt klassischer Module kommen flexible PV-Streifen zum Einsatz, die in handelsübliche Doppelstabmattenzäune eingeflochten werden. Laut Hersteller soll das System sogar mehr Strom liefern können als herkömmliche Dachanlagen.

Vom Balkonkraftwerk zur Großanlage

Die erste Version der "Sunbooster Vertical" war noch klar als Balkonkraftwerk konzipiert. Die Leistung war auf 800 Watt begrenzt, was einer Zaunlänge von rund zehn Metern entsprach.

Mit der neuen "Vertical+"-Variante fällt diese Beschränkung weg. Mehrere Module können nun hintereinandergeschaltet werden. Herzstück ist ein Dual-Field-Regler mit niedriger Gleichspannung, der sowohl den Ertrag optimieren als auch für zusätzliche Sicherheit sorgen soll. Der erzeugte Strom lässt sich dreiphasig ins Hausnetz einspeisen.

Alternativ ist auch der Anschluss an einen herkömmlichen Stringwechselrichter möglich. Selbst die Kombination mit einem optionalen Stromspeicher ist vorgesehen.

Bis zu 100 Meter Zaun als Kraftwerk

Nach Angaben des Herstellers können die modularen Zaunfelder auf eine Länge von bis zu 100 Metern erweitert werden. Die maximale Gesamtleistung gibt Sunbooster mit 18,8 Kilowatt an.

Damit bewegt sich die Anlage in einer Größenordnung, die viele klassische Dach-PV-Systeme übertrifft. Große Dachanlagen kommen laut Branchenwerten nur selten über 15 kWp hinaus.

Auch für bestehende Anlagen der ersten Generation gibt es eine Lösung: Bereits installierte Systeme sollen durch einen Wechsel des Wechselrichters auf "Vertical+" aufgerüstet werden können. Die flexiblen PV-Streifen bleiben dabei weiterhin im bestehenden Doppelstabmattenzaun eingefädelt.

Vorteile bei tief stehender Sonne

Technisch setzt das System auf bifaziale Module. Diese können Licht von beiden Seiten aufnehmen. Durch die senkrechte Montage sollen insbesondere in den Morgen- und Abendstunden höhere Erträge erzielt werden, wenn die Sonne flach über dem Horizont steht.

Zusätzlich kann in Herbst und Winter reflektiertes Licht – etwa von Schnee – die Stromproduktion erhöhen.

Nach Herstellerangaben eignet sich die Zaunlösung daher vor allem als Ergänzung zu Dach- oder Freiflächenanlagen. Sie nutzt bestehende Grundstücksstrukturen und eröffnet eine weitere Möglichkeit, Photovoltaik zu installieren. Auch eine abschnittsweise Bestückung einzelner Zaunbereiche ist denkbar.

Preise haben es in sich

Ob sich eine solche Investition wirtschaftlich rechnet, hängt stark von den individuellen Rahmenbedingungen ab – etwa vom aktuellen Strompreis oder vom Eigenverbrauch im Haushalt.

Mit rund 515 Euro pro zwei Meter langem Modul summieren sich die Kosten allerdings rasch. Positiv: Die Montage gilt als unkompliziert. Der Anschluss an das Hausnetz sollte jedoch von Fachpersonal durchgeführt werden.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Österreich
  • Mehr Ertrag als am Dach? Neue PV-Idee aus Österreich