Mehr Geisterfahrermeldungen 2025
Laut der am Dienstag veröffentlichten Statistik des Hitradio Ö3 wurden 425 Falschfahrerinnen und Falschfahrer gemeldet – ein Plus von 25 Fällen bzw. sechs Prozent im Vergleich zu 2024. Auch die Zahl der Unfälle stieg leicht an, so der ORF.
Zwei Tote, 17 Verletzte bei Geisterfahrer-Unfällen
Insgesamt kam es 2025 zu 13 Geisterfahrerunfällen, zwei mehr als im Vorjahr. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben – exakt so viele wie 2024. Vier Personen wurden schwer, 13 leicht verletzt. Die durchschnittliche Dauer zwischen Erstmeldung und Entwarnung betrug laut Ö3 rund 15 Minuten.
Kärnten mit Rekordwert – Villach bleibt Hotspot
Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 führt Kärnten die Bundesländerstatistik an: 93 Geisterfahrer wurden dort gezählt – ein historischer Höchstwert. Tirol hingegen meldete mit 25 Fällen den niedrigsten je registrierten Wert.
Die Reihung der restlichen Bundesländer: Steiermark (84), Niederösterreich (77), Oberösterreich (69), Salzburg (26), Vorarlberg (24), Burgenland (16) und Wien (11). Damit fällt Niederösterreich erstmals aus den Top zwei der Statistik.
Als besonderer Brennpunkt gilt erneut der Großraum Villach. Auf der A2 (Klagenfurt–Arnoldstein), A10 (Villach–Spittal), A11 (gesamter Verlauf) sowie am Knoten Villach wurden insgesamt 69 Geisterfahrer registriert – wie schon 2024 entspricht das etwa 16 Prozent aller Meldungen österreichweit.
Abschnitt bei Wörthersee besonders betroffen
Die Südautobahn (A2) ist weiterhin jene Strecke mit den meisten Geisterfahrermeldungen, gefolgt von der Westautobahn (A1) und der Tauernautobahn (A10). Besonders auffällig: Der Abschnitt zwischen Klagenfurt und Villach auf der A2 wurde mit 25 Meldungen bereits zum vierten Mal in Folge zum Hotspot der Geisterfahreraktivität. Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es dort die meisten Falschfahrer österreichweit.
Sonntagabend, Navi und Alkohol als Risikofaktoren
Geisterfahrten sind laut Statistik vor allem ein Phänomen der Freizeit: Die meisten Fälle passieren sonntags – bevorzugt in den Abendstunden zwischen 21.00 und 24.00 Uhr. Als Hauptursachen nennt die ASFINAG gravierendes Fehlverhalten der Lenkerinnen und Lenker – häufig bedingt durch Alkohol- oder Drogeneinfluss, Unachtsamkeit, Überforderung oder zunehmendes Vertrauen auf Navigationsgeräte.
So schildert die ASFINAG einen Fall aus dem März 2025: Ein 55-Jähriger drehte auf der A13 vor der Mautstelle Schönberg einfach um – angeblich, weil auf seiner Firmenkreditkarte kein Guthaben mehr verfügbar war. Die Polizei konnte ihn stoppen.
Polizei meldet die meisten Fälle
95 Prozent der Warnmeldungen im Ö3-Verkehrsservice stammen laut Sender von der Polizei. In fünf Prozent der Fälle melden aufmerksame Hörerinnen und Hörer Geisterfahrer direkt bei der Ö3-Verkehrsredaktion. Diese Warnungen werden auch über TMCplus an Navigationsgeräte weitergeleitet.
Maßnahmenanalyse durch ASFINAG
Die ASFINAG analysiert alle Geisterfahrermeldungen, um Problemstellen zu identifizieren. Laut Verkehrssicherheitsexperte Bernhard Lautner überprüft man regelmäßig Beschilderungen, Bodenmarkierungen und Baustellenbereiche auf mögliche Verbesserungen. Dennoch bleibt ein Unsicherheitsfaktor bestehen: "Die besten Sicherheitsmaßnahmen helfen wenig, wenn der Faktor Mensch versagt", so Lautner.
(VOL.AT)