AA

Mehr Schulwegunfälle: Freiwillige Schülerlotsen gesucht

©Philipp Steurer
577 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren wurden im vergangenen Jahr in Österreich bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg verletzt. Auch heuer werden wieder freiwillige Schülerlotsen in ganz Österreich gesucht.

Nach Angaben von Innenministerium, AUVA und Kuratorium für Verkehrssicherheit ist das der höchste Wert seit 2018. Mit einem österreichweiten Aufruf werden nun neue Schüler- und Erwachsenenlotsen gesucht.

Rund 6000 Schüler- und Erwachsenenlotsen engagieren sich derzeit österreichweit freiwillig für die Schulwegsicherung. Das Bundesministerium für Inneres (BMI), die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sehen dennoch zusätzlichen Bedarf und werben vor dem kommenden Schuljahr um weitere Unterstützer.

Zahl der Schulwegunfälle gestiegen

Laut einer Auswertung von Daten des BMI und der Statistik Austria durch das KFV verletzten sich im Jahr 2025 insgesamt 577 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sechs und 15 Jahren auf dem Schulweg. Das entspricht laut den Organisationen einem Anstieg von rund 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem sei 2025 ein Todesopfer zu beklagen gewesen. Die meisten Schulwegunfälle ereignen sich demnach zu Fuß. Zunehmend betroffen seien aber auch Kinder auf Fahrrädern oder E-Scootern.

"Kinder nehmen ihre Umgebung anders wahr als Erwachsene. Sie können Gefahren oft noch nicht richtig einschätzen und reagieren spontaner auf Verkehrssituationen", erklärte KFV-Direktor Christian Schimanofsky in einer Aussendung. Schüler- und Erwachsenenlotsen würden deshalb einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

Unterstützung durch Jugendliche und Erwachsene

Schülerlotsen sind meist Jugendliche ab der 7. Schulstufe. Sie unterstützen jüngere Kinder beim sicheren Überqueren von Schutzwegen. Die Fahrbahn betreten sie erst, wenn Fahrzeuge bereits angehalten haben. Auch Erwachsene können sich als sogenannte Schulwegpolizei oder Schulweglotsen engagieren. Sie dürfen laut den Initiatoren neben Schutzwegen auch andere Übergänge sichern und den Verkehr mit einem Signalstab anhalten.

©Klaus Hartinger

"Viele Menschen wissen nicht, dass sie sich auch als Erwachsene für die Schulwegsicherung melden können", sagte AUVA-Generaldirektor-Stellvertreter Roland Pichler. Während ihres Einsatzes seien die Freiwilligen über die AUVA gesetzlich unfallversichert.

Neue Informationsplattform gestartet

Um Interessierten den Einstieg zu erleichtern, haben AUVA, KFV und die BMI-Initiative "Gemeinsam Sicher" die Plattform schulwegsicherung.at eingerichtet. Dort finden sich nach Angaben der Betreiber Informationen zu Ausbildung, rechtlichen Voraussetzungen, Ausrüstung sowie bundeslandspezifischen Regelungen.

Bundespolizeidirektor Michael Takács betonte die Bedeutung des freiwilligen Engagements: "Die Polizei gewährleistet die Schulwegsicherung an besonders kritischen Stellen. Ein Höchstmaß an Sicherheit können wir aber nur gemeinsam erreichen – mit engagierten Menschen, die bereit sind, unsere jüngsten Verkehrsteilnehmenden auf ihren Schulwegen zu unterstützen."

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Österreich
  • Mehr Schulwegunfälle: Freiwillige Schülerlotsen gesucht