Mobiles Impfteam schließt Lücken an Vorarlbergs Schulen
Wenn die Schulärztin fehlt, springt das Land ein. Genau dafür wurde das mobile Impfteam Vorarlberg ins Leben gerufen. Es kommt überall dort zum Einsatz, wo Schulen keine fixe ärztliche Betreuung haben – und das offenbar mit Erfolg, so der ORF.
Deutlicher Anstieg innerhalb eines Jahres
Gestartet ist das mobile Impfteam Ende 2024. Im Einführungsjahr wurden noch 102 Impfungen durchgeführt. Bereits ein Jahr später waren es 765 Impfungen – verteilt auf 11 Volks- und zehn Mittelschulen im ganzen Land. Für 2026 haben sich laut Land Vorarlberg bereits fünf weitere Schulen angemeldet.
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Schultypen. Die Anmeldung erfolgt unkompliziert per E-Mail oder telefonisch direkt beim Land.
Kostenlose Impfungen aus dem Kinderimpfprogramm
Verabreicht werden alle Impfungen aus dem bundesweit kostenfreien Kinderimpfprogramm. In den Volksschulen betrifft das Immunisierungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und HPV. In Mittelschulen kommen Impfungen gegen Hepatitis B sowie gegen Meningokokken hinzu.
Ziel sei es, Impflücken zu schließen und allen Kindern einen möglichst niederschwelligen Zugang zu Schutzimpfungen zu ermöglichen, heißt es seitens des Landes.
Ärztinnen und Ärzte aus der Dornbirner Impfordination
Durchgeführt werden die Schulimpfungen von Ärztinnen und Ärzten aus dem Pool der Impfordination Dornbirn. Insgesamt stehen dafür 18 Medizinerinnen und Mediziner zur Verfügung. In der Regel ist bei einem Termin eine Person aus dem Impfteam gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin vor Ort, bei größeren Schulen kommen auch zwei Ärztinnen bzw. Ärzte zum Einsatz. Wer einen Impftermin versäumt, kann diesen auch direkt in der Impfordination nachholen.
Jede zweite Schule ohne Schularzt
Der Bedarf ist hoch – auch deshalb, weil es in Vorarlberg einen strukturellen Mangel gibt. Rund die Hälfte aller Schulen im Land hat keine eigene Schulärztin oder keinen Schularzt. Derzeit sind beim Amt der Landesregierung 62 Schulärztinnen und Schulärzte gemeldet, viele von ihnen betreuen mehrere Schulen parallel.
Wie es weitergehen soll, ist noch offen. Laut Land laufen derzeit "fachliche und politische Diskussionen" über die Einführung hauptamtlicher Schulärztinnen und Schulärzte. Bis dahin bleibt das mobile Impfteam ein wichtiger Lückenfüller im System.
(VOL.AT)