AA

Nach Masernausbruch 2024: Masern in Österreich wieder etabliert

Die Masernimpfung ist der beste Schutz gegen die Viruserkrankung.
Die Masernimpfung ist der beste Schutz gegen die Viruserkrankung. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die hohe Zahl der Masernfälle im Jahr 2024 in Österreich wirkt sich nun auch auf die Einstufung des Landes durch die Weltgesundheitsorganisation WHO aus.
Alarmierender Anstieg der Masernfälle
Österreich: Land der Impfmuffel

Der Status der Masern, die ernste Folgen haben kann, im vergangenen Jahr bei einem Treffen der europäischen Masern- und Röteln-Kommission der WHO von "eliminiert" auf "wieder etabliert" geändert wurde. Laut AGES wurden im Jahr 2024 insgesamt 542 Masernfälle im nationalen Meldesystem registriert.

Masernausbruch 2024: 120 Menschen mit Masern im Spital

120 Personen davon landeten im Spital, vier auf einer Intensivstation, heißt es auf der Internetseite der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Im Jahr 2025 ging die Zahl der Masernfälle in Österreich auf 152 zurück. Ebenfalls mehr als 20 Prozent davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Seit 1. Jänner 2026 wurden zwei Masernerkrankungen erfasst. "Mit weiteren Fällen ist zu rechnen", betonte die AGES.

Impfung bester Schutz vor Masern

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Infektionen zeichnen sich durch grippeartige Symptome und einen Hautausschlag aus. Es können zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen wie Entzündungen der Lunge und des Gehirns auftreten. Die Impfung bietet den besten Schutz vor einer Infektion und ist in Österreich für alle Altersgruppen kostenlos. Eine gezielte Therapie gegen das Masernvirus bei Ausbruch der Erkrankung gibt es nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Österreich streben an, Masern und auch Röteln dauerhaft zu eliminieren, betont die AGES. Um Infektionsketten schnell unterbrechen zu können, brauche es jedoch eine Immunität von mehr als 95 Prozent der Bevölkerung.

Appell von Königsberger-Ludwig zur Impfung gegen Masern

Dass man davon mit einer Quote von 71 Prozent weit entfernt sei, bedauerte am Mittwoch auch Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Das habe mit der Impfskepsis in Österreich zu tun. Man habe im Ministerium schon intensiv darüber nachgedacht, mit einer kleinen Impfkampagne in Sachen Masern die Durchimpfungsquote zu erhöhen. Masern seien schließlich keine kleine Kinderkrankheit. "Deshalb mein Appell: Bitte lassen Sie sich und Ihre Kinder impfen", ergänzte sie in einem Statement. Masern könnten weltweit ausgerottet sein. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen diesen Status wieder erreichen."

(APA/Red)

  • ADMIN AT
  • Gesundheit
  • Nach Masernausbruch 2024: Masern in Österreich wieder etabliert