Nach Zugtragödie in Andalusien: Staatstrauer und unterbrochener Bahnverkehr
König Felipe und Königin Letizia wollten den Unfallort Adamuz und ein Krankenhaus in Córdoba besuchen, in dem viele Verletzte behandelt werden.
Indessen suchten die Einsatzkräfte in den Wracks der beiden Züge immer noch nach Opfern. Verkehrsminister Óscar Puente Santiago sagte, eine weitere Leiche sei entdeckt worden, als ein Kran einen beschädigten Waggon anhob. Damit stieg die Zahl der Toten auf 41.
Die Zahl der Toten liegt jedoch möglicherweise noch höher. Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte dem spanischen Fernsehsender RTVE am Montagabend, die Suchtrupps vermuteten noch drei Leichen in den Trümmern. Es war jedoch unklar, ob diese Toten bereits in den früheren Zählungen inbegriffen waren.
Einige Leichen lagen Hunderte Meter entfernt
Zu dem Unglück kam es am Sonntagabend, als ein Schnellzug aus Málaga nach Madrid auf gerader Strecke entgleiste. Ein entgegenkommender Zug raste in die aus den Schienen gesprungenen Wagen. Die ersten Waggons dieses Zuges wurden aus dem Gleis geschleudert und stürzten einen vier Meter tiefen Abhang hinunter. Einige Leichen wurden Hunderte Meter von der Absturzstelle entfernt gefunden, wie der andalusische Regierungschef Juanma Moreno sagte.
Am Dienstag wurden noch 39 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, weitere 83 sind inzwischen entlassen worden. Die Identifizierung der Toten zog sich hin. Die Guardia Civil sammelte DNA-Proben von Familienmitgliedern, die Angehörige vermissten.
Ermittler finden verdächtiges Gleisstück
Ermittler sind nach Angaben von Verkehrsminister Puente bei der Suche nach der Unglücksursache auf ein gebrochenes Gleis gestoßen. "Wir müssen jetzt herausfinden, ob dies eine Ursache oder eine Folge (des Unglücks) ist", sagte Puente dem Radiosender Cadena Ser.
Er und der Chef der Eisenbahngesellschaft Renfe, Álvaro Fernández, schlossen menschliches Versagen als Unfallursache aus. Beide Züge seien deutlich langsamer als die zugelassene Höchstgeschwindigkeit gefahren, sagten sie. Die private Eisenbahngesellschaft Iryo erklärte, ihr in das Unglück verwickelter Zug sei 2022 gebaut und erst drei Tage vor dem Unfall überprüft worden.
Zugverkehr immer noch unterbrochen
Der Zugverkehr zwischen Madrid und Andalusien war immer noch unterbrochen, was zu erheblichen Störungen führte. Die spanische Fluggesellschaft Iberia bot zusätzliche Flüge nach Sevilla und Málaga an, um gestrandeten Reisenden zu helfen. Auch einige Busunternehmen verstärkten ihr Angebot im Süden.
(dpa)