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NATO-Soldaten in Grönland gelandet

Eine C-130J der dänischen Luftwaffe.
Eine C-130J der dänischen Luftwaffe. ©AFP
Eine internationale Militärdelegation ist am Freitag in der grönländischen Hauptstadt Nuuk gelandet. An Bord der aus Polen gecharterten Maschine: 15 deutsche Soldaten, darunter Logistiker und Lufttransportexperten.

Sie folgen einer Einladung Dänemarks, um gemeinsam mit Partnern aus mehreren Nato-Staaten die Voraussetzungen für eine mögliche Großübung auf der arktischen Insel zu prüfen.

Ursprünglich war geplant, dass die deutsche Luftwaffe die Truppe mit einem A400M nach Grönland bringt. Der Flug wurde jedoch kurzfristig umorganisiert. Stattdessen erfolgte der Transport mit einer zivilen Boeing 737 über den dänischen Militärflugplatz Karup.

Multinationale Zusammenarbeit unter dänischer Führung

Die Mission steht unter Leitung des Arktischen Kommandos der dänischen Streitkräfte. Ziel sei es laut deutschen Verteidigungskreisen, auszuloten, welche militärischen Übungen in der klimatisch wie strategisch herausfordernden Region möglich sind – und welche Szenarien bereits kurzfristig realisierbar wären.

©AFP

Neben den deutschen Soldaten nehmen auch Kontingente aus Estland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Kanada an der Erkundung teil. Die Beobachtungen vor Ort sollen in ein Konzept einfließen, das bei einem bevorstehenden Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel im Februar vorgestellt werden könnte.

Planung für "Arctic Sentry"

Intern wird die Mission mit dem Arbeitstitel "Arctic Sentry" geführt – in Anlehnung an die bestehende Nato-Operation "Baltic Sentry" in der Ostsee. Noch handelt es sich um keine Nato-Mission, betonen die Beteiligten. Dennoch ist die symbolische Bedeutung der gemeinsamen Präsenz in Grönland unübersehbar: Sie signalisiert wachsende strategische Aufmerksamkeit für die Arktisregion.

Das dänische Militär bereitete in den Tagen vor der Ankunft die Infrastruktur am Stadtrand von Nuuk vor. Dort befindet sich das Hauptquartier des Arktischen Kommandos, das künftig als logistisches Zentrum für die internationalen Truppen dienen könnte. Erste Beobachtungen und Geländeerkundungen sollen bereits am Wochenende beginnen.

Hintergrund: Geopolitik im hohen Norden

Die verstärkte militärische Präsenz westlicher Staaten in Grönland steht im Zusammenhang mit wachsender geopolitischer Konkurrenz in der Arktis. Die Region gewinnt durch den Klimawandel, neue Schifffahrtsrouten und Ressourcenpotenziale strategisch an Bedeutung. Die Beteiligten betonen jedoch, dass es sich bei der aktuellen Mission um eine vorbereitende Maßnahme handle, nicht um eine dauerhafte Stationierung.

(VOL.AT)

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