Das US-Militär hat nach eigenen Angaben wieder militärische Ziele im Iran attackiert.
Diese hätten um 17.30 US-Ostküstenzeit (23.30 MESZ) begonnen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
Um 22.30 US-Ostküstenzeit (4.30 MESZ) meldete Centcom ebenfalls über X, dass die aktuelle Welle an Angriffen wieder abgeschlossen sei.
"Sie werden aber sehr bald bereit sein"
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass der Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. "Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein", betonte er - was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.
Brücken und Kraftwerke im Visier
Bereits am Mittwochmorgen (US-Ostküstenzeit) hatte Trump dem Iran sehr deutlich gedroht: Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormuz beschießt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Dabei würden auch Brücken und Kraftwerke in Teheran oder in der Nähe der Hauptstadt ins Visier genommen.
Berichte über mögliche Ausweitung
Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormuz eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe - etwa über die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge in die Region.
Das "Wall Street Journal" berichtet nun über weitere Anzeichen dafür. So seien in der vergangenen Woche laut Flugverfolgungsdaten und Aussagen von US-Beamten Spezialeinheiten in die Region entsandt worden. Zudem befänden sich Bomber auf Stützpunkten in den USA und Großbritannien in höchster Einsatzbereitschaft, zitiert die Zeitung einen der Beamten. Außerdem seien in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen, der wichtigsten Anlaufstelle für die Behandlung von im Nahen Osten verletzten US-Soldaten.
Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" könnte die Truppenverstärkung auch darauf abzielen, Trump mehr Handlungsspielraum zu geben, um gegen die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen vorzugehen. Die Islamisten hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Königreich, das an den Jemen grenzt und seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz führt.
(APA/dpa)