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Neuer "Super-Blitzer" kommt – Der Blitzer sieht, ob du das Handy in der Hand hast

Die rechtlichen Grundlagen für sogenannte "Superblitzer". die ohne einen Beamten vollautomatisch auslösen und strafen können, müssen in Österreich noch geklärt werden. (Symbolbild)
Die rechtlichen Grundlagen für sogenannte "Superblitzer". die ohne einen Beamten vollautomatisch auslösen und strafen können, müssen in Österreich noch geklärt werden. (Symbolbild) ©APA
Ein neuartiger Blitzer soll in Österreich Einzug halten, um die Hauptursache für Verkehrsunfälle zu bekämpfen: die Ablenkung am Steuer.

Nach dem Lärmblitzer soll nun ein "Monocam"-System gegen Ablenkung am Steuer helfen. Noch fehlen rechtliche Grundlagen – das Land Salzburg, wo der "Handy-Blitzer" getestet werden soll, kündigt aber Gespräche mit dem Bund an. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, dürfte eine Ausweitung auf andere Bundesländer nur eine Frage der Zeit sein.

Salzburg verfolgt seit Jahren das Ziel der "Vision Zero" – also keine Verkehrstoten mehr. Neben verstärkten Schwerpunktkontrollen sind erst kürzlich sogenannte Lärmblitzer installiert worden. Sie reagieren auf überhöhte Motorengeräusche, etwa wenn Fahrzeuge mit manipulierten Auspuffanlagen unterwegs sind. Vollautomatische Strafen sind hier allerdings ebenfalls noch nicht möglich, weil die gesetzliche Grundlage fehlt.

"Handy-Blitzer" in Deutschland im Einsatz

Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz sind die Geräte mit dem Namen "Monocam" bereits im Regelbetrieb. Sie erkennen automatisiert, ob ein Lenker während der Fahrt ein Smartphone benutzt. Wird eine mutmaßliche Übertretung festgestellt, fertigt das System ein Foto an. Dieses wird anschließend von einem geschulten Polizisten überprüft, bevor eine Anzeige erfolgt.

Rund 200 Verstöße pro Monat würden in Rheinland-Pfalz im Schnitt registriert, heißt es aus Deutschland.

Von Frankreich über Deutschland nach Österreich

Bereits Ende 2024 sorgte in Frankreich die Ankündigung, derartige "Monocam"-Systeme zum Einsatz zu bringen, für Aufregung bei Autofahrern. Automobilklubs liefen damals bereits Sturm gegen die Pläne der Regierung, und unterstellten staatliche Abzocke.

Drei Sekunden – 40 Meter Blindflug

Die Argumentation der Politik ist eindeutig: Wer bei Tempo 50 nur drei Sekunden auf sein Handy blickt, legt mehr als 40 Meter nahezu im Blindflug zurück. "Wir müssen die Möglichkeiten der modernen Technik nutzen, um unseren Straßenverkehr noch sicherer zu machen", betonte Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP).

Gesetzesänderung nötig

Auch in Rheinland-Pfalz musste vor dem Start der Handyblitzer das Polizeigesetz angepasst werden. Ähnliche rechtliche Schritte dürften daher auch in Österreich notwendig sein – etwa in Fragen des Datenschutzes und der automatisierten Bildverarbeitung.

Rheinland-Pfalz hat sich laut Schnöll bereit erklärt, mit einem Gerät zu Demonstrationszwecken nach Salzburg zu kommen. Geplant sei, Verkehrsminister Peter Hanke sowie die Verkehrsreferenten der anderen Bundesländer zu einer Vorführung einzuladen.

Ob und wann der Handyblitzer tatsächlich in Österreich zum Einsatz kommt, hängt damit vor allem vom Bund ab.

(VOL.AT)

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