ÖAMTC-Sommerreifentest 2026: Drei Modelle setzen Maßstäbe
Der Sommer steht vor der Tür – und damit für viele Autofahrer die Frage nach dem richtigen Reifen. Der ÖAMTC hat gemeinsam mit Partnerorganisationen 16 Modelle der Größe 225/50 R17 genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Drei Produkte überzeugen mit einer ausgewogenen Gesamtleistung, während am Tabellenende deutliche Schwächen sichtbar werden.
Drei Reifen mit "gut" – Ausgewogenheit entscheidet
An der Spitze des Tests steht der Continental PremiumContact 7 mit einem Gesamturteil von 1,9. Ebenfalls mit "gut" bewertet wurden der Pirelli Cinturato C3 (2,2) sowie der Goodyear EfficientGrip Performance 2 (2,3).
"Diese Reifen überzeugten sowohl bei der Fahrsicherheit auf trockener und nasser Fahrbahn als auch bei Verschleiß, Effizienz und Umweltbilanz", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl. Gerade diese Balance sei entscheidend: Ein moderner Sommerreifen müsse heute deutlich mehr leisten als nur guten Grip bieten.
Ein Blick auf die Detailnoten zeigt die Unterschiede: Während Continental bei der Fahrsicherheit mit 1,7 punktet, überzeugt Goodyear besonders in der Umweltbilanz (1,9). Pirelli liefert eine konstant starke Performance in beiden Hauptkategorien.
Das breite Mittelfeld – solide, aber nicht makellos
Sechs Modelle erhielten die Bewertung "befriedigend" und liegen damit knapp hinter den Spitzenreitern. Dazu zählen:
- Firestone Roadhawk 2 (2,6)
- Falken Ziex ZE320 (2,7)
- Bridgestone Turanza 6 (2,7)
- Michelin Primacy 5 (2,8)
- Maxxis Premitra HP6 (2,8)
- Kumho Ecsta HS52 (2,8)
Ihre Schwächen sind unterschiedlich gelagert – mal bei der Laufleistung, mal beim Abrieb oder bei den Fahreigenschaften auf nasser beziehungsweise trockener Fahrbahn.
Beispiel Michelin Primacy 5: Er sichert sich zwar mit 1,8 die beste Umweltbilanz im Testfeld, zeigt aber laut ÖAMTC Defizite bei der Fahrsicherheit, vor allem auf trockener Straße. "Unterm Strich reicht es damit zu einem ‚befriedigend‘", so Kerbl.
Ebenfalls mit "befriedigend" bewertet, jedoch mit teils stärker ausgeprägten Schwächen, wurden der BF Goodrich Advantage (3,0), Hankook Ventus Prime4 (3,1), Vredestein Ultrac+ (3,1) und Greentrac Quest-X (3,1). Hier empfiehlt der ÖAMTC, das eigene Fahrprofil genau zu analysieren und die Einzelbewertungen sorgfältig zu studieren. Bei manchen Modellen summieren sich mehrere kleinere Mängel, bei anderen stechen einzelne Schwachpunkte deutlicher hervor.
Dreimal "genügend" – deutliche Defizite
Am unteren Ende des Rankings finden sich drei Reifen, die nicht über ein "genügend" hinauskommen.
Der Lassa Revola (3,6) verpasst eine bessere Note knapp. Ausschlaggebend sind Schwächen auf trockener Fahrbahn sowie Defizite bei Laufleistung und Abrieb. Der Leao Nova-Force Acro (3,8) zeigt ähnliche Probleme und verliert zusätzlich bei Nässe an Boden.
Schlusslicht ist der Linglong Sport Master mit einer Gesamtbewertung von 4,2. Produziert vom chinesischen Hersteller in Serbien, offenbart er laut Test die extremste Gratwanderung im Feld. "Der Sport Master hat die besten Nassgriffeigenschaften des ganzen Feldes – nur der Testsieger kann hier einigermaßen mithalten", sagt Kerbl. "Die Kehrseite der Medaille: Auf trockener Fahrbahn ist kein Testkandidat schwächer, die Laufleistung ist so gering, der Abrieb so hoch wie bei keinem anderen Modell."
Notengrenzen im Überblick
Die ÖAMTC-Empfehlung orientiert sich an klar definierten Notenbereichen:
- Sehr gut: 0,5 bis 1,5
- Gut: 1,6 bis 2,5
- Befriedigend: 2,6 bis 3,5
- Genügend: 3,6 bis 4,5
- Nicht genügend: 4,6 bis 5,5
Fazit: Nicht am falschen Ende sparen
Für ÖAMTC-Techniker Kerbl ist klar: "Ein moderner Reifen muss heute mehr können als nur Grip zu bieten: Er soll lange halten, spritsparendes Fahren ermöglichen und möglichst wenig Abrieb erzeugen." Diese Faktoren seien nicht nur aus Umweltgründen relevant, sondern auch für die eigene Geldbörse.
Sein Rat an Konsumentinnen und Konsumenten: Beim Kauf nicht allein auf den Preis oder Werbeversprechen achten, sondern unabhängige Testergebnisse berücksichtigen. "Reifen sind das einzige Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße. Jede Investition in Qualität zahlt unmittelbar in die eigene Sicherheit ein – und in der Regel profitiert man auch von längerer Haltbarkeit", fasst Kerbl zusammen.
(VOL.AT)