Österreich träumt von der Sensation: Ist diesmal mehr drin?
Zwischen Euphorie und Realität
Die Erwartungen an Österreichs Nationalteam sind so hoch wie lange nicht. Unter Teamchef Ralf Rangnick hat sich die Mannschaft zu einer unangenehmen Gegnerin für jede Nation entwickelt. Das aggressive Pressing, die hohe Laufbereitschaft und eine eingespielte Mannschaftsstruktur sorgen dafür, dass Österreich mittlerweile auch gegen große Fußballnationen bestehen kann.
Spieler wie Konrad Laimer, David Alaba, Marcel Sabitzer oder Marko Arnautovic verfügen über internationale Erfahrung auf höchstem Niveau. Gleichzeitig ist das Team in den vergangenen Jahren sichtbar gereift.
Dennoch bleibt die Konkurrenz bei einer Weltmeisterschaft enorm. Nationen wie Frankreich, Spanien, England, Brasilien oder Argentinien verfügen über deutlich größere Kaderbreite und individuelle Klasse.
Das realistische Ziel: Achtelfinale bis Viertelfinale
Sportlich betrachtet wäre das Erreichen der K.o.-Phase ein Erfolg. Schafft Österreich den Aufstieg aus der Gruppenphase, hängt vieles von der Auslosung ab.
Kommt es im Achtelfinale zu einem Duell mit einer europäischen oder südamerikanischen Top-Nation, wird der Weg schwierig. Trifft Österreich dagegen auf einen Gegner aus der zweiten Reihe, erscheint sogar ein Einzug ins Viertelfinale möglich.
Experten sehen die ÖFB-Auswahl derzeit in jener Kategorie von Mannschaften, die für Überraschungen sorgen können, ohne zum engsten Favoritenkreis zu zählen.
Warum diesmal mehr möglich sein könnte
Ein wichtiger Faktor ist die Spielweise. Österreich verlässt sich nicht auf einzelne Stars, sondern auf ein funktionierendes Kollektiv. Genau das kann bei Turnieren entscheidend sein.
Hinzu kommt die Erfahrung aus den vergangenen Großereignissen. Viele Spieler kennen mittlerweile den Druck großer Turniere und haben in Europas Topligen gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen.
Die Mannschaft wirkt gefestigt und besitzt eine klare Identität – etwas, das in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich war.
Die größten Gefahren
Trotz aller Euphorie gibt es Risiken. Verletzungen von Schlüsselspielern könnten schwer zu kompensieren sein. Zudem zeigt die Geschichte, dass Turniere oft von Details entschieden werden: ein Fehler, eine rote Karte oder ein verschossener Elfmeter können über Erfolg oder Scheitern entscheiden.
Auch die Chancenverwertung bleibt beim ÖFB ein leidiges Thema. Gegen Topgegner erhält man meist nur wenige Möglichkeiten – diese müssen dann eben auch genutzt werden.
Prognose: Wo endet die Reise?
Geht alles nach Plan, ist das Achtelfinale das Mindestziel. Mit einer günstigen Auslosung und der derzeitigen Form erscheint sogar das Viertelfinale realistisch. Für einen Einzug ins Halbfinale müsste allerdings vieles perfekt zusammenlaufen.
Österreich gehört nicht zu den WM-Favoriten. Aber zu den Mannschaften, die niemand gerne als Gegner zugelost bekommt.
Die Wahrscheinlichkeit spricht derzeit für ein Turnierende zwischen Achtel- und Viertelfinale. Doch genau darin liegt die Hoffnung vieler Fans: Vielleicht gelingt der ÖFB-Elf diesmal der große Wurf.
(VOL.AT)