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Österreichisches Start-up arbeitet an Augenscan zur Demenz-Früherkennung

Neue Hoffnung bei Alzheimer: KI-Scan soll Krankheit früher sichtbar machen.
Neue Hoffnung bei Alzheimer: KI-Scan soll Krankheit früher sichtbar machen. ©CANVA (SYMBOLBILD)
Demenz könnte sich schon viele Jahre vor den ersten Beschwerden in den Augen bemerkbar machen. Genau daran forscht derzeit ein österreichisches Start-up.

Demenz zählt zu den größten medizinischen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Laut dem aktuellen europäischen Demenz-Report leben in Österreich derzeit rund 170.000 Menschen mit der Erkrankung. Besonders häufig tritt Demenz im hohen Alter auf: Bei Menschen über 85 Jahren ist etwa jede vierte Frau und jeder sechste Mann betroffen.

Fachleute gehen davon aus, dass die Zahl der Erkrankten hierzulande bis 2050 auf rund 300.000 steigen könnte. Umso wichtiger wird eine möglichst frühe Diagnose. Denn Krankheiten wie Alzheimer entwickeln sich oft schon lange vor den ersten erkennbaren Symptomen – teilweise bis zu zwei Jahrzehnte davor.

Netzhaut liefert Hinweise auf das Gehirn

Das Wiener Unternehmen Thyra Imaging arbeitet aktuell an einer Technologie, mit der sich mögliche Anzeichen von Demenz direkt im Auge erkennen lassen sollen. Konkret geht es um Veränderungen bestimmter Zelltypen auf der Netzhaut, die mit neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung stehen könnten.

"Die Retina, also unsere Netzhaut, ist ein Fenster zu unserem Gehirn", sagte Mitgründerin Elisabeth Brunner im Interview mit dem STANDARD. Gemeinsam mit dem Mediziner Andreas Pollreisz und dem Physiker Michael Pircher bündelt sie wissenschaftliches Know-how aus unterschiedlichen Bereichen. Brunner war zuvor mehrere Jahre in der Astronomie tätig. Besonders bemerkenswert: Teile der eingesetzten Technologie stammen ursprünglich aus der Entwicklung von Teleskopen für die Astronomie.

Scan soll nur wenige Sekunden dauern

Das im März gegründete Start-up verfolgt das Ziel, mithilfe eines ultraschnellen Augenscans kleinste Veränderungen auf zellulärer Ebene sichtbar zu machen. Der Scan selbst soll lediglich rund zwei Sekunden dauern. Dabei werden Millionen Datenpunkte erfasst, die anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Genau an dieser KI-basierten Analyse arbeitet das Unternehmen derzeit intensiv.

Aktuell befindet sich das Gerät noch im Forschungsstadium und muss für einen breiteren Einsatz weiter verkleinert werden. Langfristig könnten zunächst klinische Forschungszentren sowie Pharmaunternehmen die Technologie nutzen. Unterstützt wurde das Start-up unter anderem durch eine PreSeed-Förderung der AWS sowie durch das Technologietransfer-Programm der MedUni Wien.

Warum eine frühe Diagnose entscheidend ist

Auch wenn Alzheimer bislang nicht heilbar ist, könnte eine frühe Diagnose Betroffenen wertvolle Zeit verschaffen. Studien zeigen, dass bestimmte Maßnahmen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können. Dazu zählen unter anderem die Kontrolle von Bluthochdruck, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie die Behandlung von Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten. Auch frühzeitige Therapien und Gedächtnistraining spielen dabei eine wichtige Rolle.

Je früher Veränderungen erkannt werden, desto größer ist die Chance, Symptome hinauszuzögern und Betroffenen ein längeres selbstständiges Leben zu ermöglichen. Deshalb gilt die Forschung zur Früherkennung derzeit als einer der bedeutendsten Bereiche innerhalb der Demenzmedizin.

(VOL.AT)

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