Nach der ersten Alpin-Medaille bei den Winterspielen in Italien möchte das Quartett auf den Spuren von Triple-Olympiasieger Matthias Mayer nachlegen. Kampfansagen blieben aber aus.
Kriechmayr sicherte sich Silber in der Teamkombination
Kriechmayr, der mit Silber in der Teamkombination mit Manuel Feller seine allererste Olympia-Medaille hamsterte, könnte theoretisch befreit losfahren. "Das wird man sehen. Ich werde vermutlich trotzdem g'scheit nervös am Start stehen", sagte der Oberösterreicher. Weil Skifahren eine Einzelsportart ist und bleibt, ist auch Kriechmayrs Ziel bei seinem olympischen Schlussakt auf der Stelvio ganz klar die erste Einzel-Medaille.
Die Vorzeichen stimmen ihn positiv. "Natürlich ist es gut zu wissen: Wenn man fehlerfrei runterfährt, ist man vom Grundspeed her dabei. Aber Super-G ist eine Besichtigung, eine Chance. Das auf den Punkt zu bringen, ist immer eine Herausforderung. Aber ich fühle mich körperlich gut, auch wenn es in der Kombiabfahrt vielleicht nicht so ausgeschaut hat", sagte Kriechmayr.
Starkes Austro-Quartett
Er freue sich auf das Rennen. Und dieses Mal kann er auch sagen: "Ich freue mich, mit einer starken Mannschaft am Start stehen zu dürfen." Babinsky schaffte es in Wengen und Kitzbühel auf das Podest. Haaser zu Saisonbeginn zweimal in Übersee. Und Schwarz siegte im zwei Alpenpässe entfernten Livigno. "Von unserer Mannschaft schätze ich den 'Haasi' und den 'Baba' sehr stark ein. Den 'Blacky' auch, wenn er die Zuversicht hat", sagte Kriechmayr.
Tatsächlich ist die mentale Verfassung von Schwarz die große Unbekannte. Der Slalomeinsatz in der Teamkombi hinterließ den Kärntner gleich zum Auftakt seiner Olympia-Mission gefrustet. "Es ist nicht lustig, wenn man immer wieder eine drüber kriegt. Immer wieder da hinten herumgurken, das interessiert mich nicht, das taugt mir überhaupt nicht."
"Man muss einfach brutal riskieren"
Die Marschroute auf den nun längeren Skiern ist klar: "Man muss einfach brutal riskieren, wie man in der Abfahrt gesehen hat. Da wird attackiert von oben bis unten. Das wird sicher die Devise sein." Haaser versprach: "Ich werde mich gut vorbereiten und hoffentlich gescheit Gas geben." Babinsky betonte nach einer ansprechenden Kombi-Abfahrt einmal mehr, einen guten Plan aufzustellen.
Bei guter Umsetzung sei vieles möglich. "Mannschaftlich haben wir in der Vergangenheit gezeigt, dass wir sehr stark sein können", sagte Kriechmayr. "Aber die anderen Jungs sind auch stark. Die Italiener präsentieren sich gut, die Schweizer sind weiterhin stark."
Von Allmen bisher großer Olympia-Held
Franjo von Allmen ist mit den Titeln in der Spezial-Abfahrt und der Teamkombination bisher der Skifahrer dieser Winterspiele. "Für eine dritte Medaille müsste schon wirklich viel zusammenpassen", betrieb Von Allmen Understatement. Schon mit der Kombi-Abfahrt war er nicht wirklich zufrieden gewesen. "Es wird, denke ich, Zeit für eine Pause."
Drei Podestplätze, aber auch zwei Ausfälle hat Von Allem in dieser Super-G-Saison zu Buche stehen. Mit einer dritten Goldmedaille würde der erst 24-Jährige in die Dimensionen von Matthias Mayer (2014/Abfahrt, 2018 und 2022/Super-G), Toni Sailer und Jean Claude Killy vorstoßen. Erfolgreichster Schweizer bei den Ski-Männern ist er seit Montag bereits.
"Ich schätze den Vinc ganz stark ein."
"Franjo ist einer der großen Favoriten. Aber der größte Favorit ist sicher der 'Odi' - der dominante Super-G-Fahrer der letzten drei, vier Jahre", sagte Kriechmayr am Montagabend nach dem Silber-Gewinn bei einer Pressekonferenz über Marco Odermatt.
Ein Zwischenruf war auch dabei, er kam von Kombi-Partner Feller: "Ich schätze den Vinc ganz stark ein." Vor dem elften Super-G der Olympiageschichte lautet Österreichs Bilanz drei Mal Gold, vier Mal Silber und ein Mal Bronze. Einziger Olympiasieger neben Mayer ist Hermann Maier (1998 in Nagano).
(APA)