Ostern unter Schutz: Syrien verstärkt Sicherheit für Kirchen
Das syrische Innenministerium hat laut Medienberichten zusätzliches Sicherheitspersonal vor Kirchen in Städten mit hohem christlichen Bevölkerungsanteil in Position gebracht, wie Kathpress meldet.
Wie angespannt die Lage derzeit ist, verdeutlicht auch eine gemeinsame Erklärung der syrischen Kirchenoberhäupter: Der syrisch-orthodoxe Patriarch Aphrem II., der antiochenisch-orthodoxe Patriarch Johannes X. und der melkitisch-katholische Patriarch Youssef Absi haben darin mit deutlichen Worten zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.
Die Kirchenoberhäupter zeigten sich ob der Sicherheit für die Christen höchst besorgt und sehen den Frieden zwischen den Religionen ernsthaft bedroht. Sie fordern die politisch Verantwortlichen auf, die unkontrollierte Verbreitung von Waffen endlich einzudämmen und Sicherheit und Stabilität zu schaffen sowie die Würde ausnahmslos aller Bürger zu schützen. Syrien habe nur dann eine gute Zukunft, wenn alle Bürger ungeachtet ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit gleiche Rechte und Pflichten hätten. Das Krisentreffen der drei Patriarchen fand im antiochenisch-orthodoxen Patriarchat in Damaskus statt.
Anlässlich der bevorstehenden Osterfeierlichkeiten bestätigten die Patriarchen, dass die Feiern nur in den Kirchen stattfinden werden. Öffentliche Umzüge oder sonstige Feiern werde es aus Sicherheitsgründen nicht geben.
Jesuit Baumgartner: "Unsicherheit macht sich breit"
Hintergrund sind u. a. Übergriffe auf die vor allem von Christen und Alawiten bewohnte Stadt Suqailabiyya im Zentrum Syriens am vergangenen Freitag. Bewaffnete drangen dabei in Häuser, Geschäfte, Restaurants, Bars ein, bedrohten die mehrheitlich christlichen Zivilisten und belästigten Frauen.
"Viele Christinnen und Christen in Syrien haben nach den Übergriffen von Suqailabiyya Angst. Unsicherheit macht sich breit", berichtete der aus Österreich stammende und seit Jahren in Aleppo lebende Jesuitenpater Gerry Baumgartner laut einer Mitteilung der Päpstlichen Missionswerke "Missio" vom Mittwoch. Baumgartner sprach angesichts der Übergriffe von einer "tieftraurigen Situation", gerade zum für die Christen zentralen Osterfest.
(APA)