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Papst Leo XIV. kontert nach verbaler Attacke: "Habe keine Angst vor der Trump-Regierung"

©APA/AFP
Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will.

Zum Auftakt seiner bislang längsten Auslandsreise durch vier afrikanische Staaten sagte der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung." Zuvor hatte ihm der US-Präsident vorgeworfen, eine "schreckliche" Außenpolitik zu betreiben. Offensichtlich hatte sich Leo mit seinen wiederholten Appellen für ein Ende der aktuellen Kriege den Zorn des Weißen Hauses zugezogen.

"Wahnvorstellung der Allmächtigkeit"

Zuvor hatte der Papst von einer "Wahnvorstellung der Allmächtigkeit" gesprochen, die den Krieg der USA und Israels gegen den Iran befeuere. Zwar nannte Leo Trump nicht beim Namen, doch schien sich seine Botschaft gegen den US-Präsidenten und andere Vertreter seiner Regierung wie Verteidigungsminister Pete Hegseth zu richten, der die Amerikaner aufgefordert hatte, "im Namen Jesu Christi" für den Sieg im Krieg gegen den Iran zu beten.

Papst Leo XIV.: "Ich bin kein Politiker"

Papst Leo XIV. wies am Montag die Kritik Trumps zurück. "Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Flug nach Algerien, der ersten Station einer Afrika-Reise. "Ich bin kein Politiker. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden." Zugleich betonte Leo: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung."

"Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: ‚Selig sind die Friedfertigen.‘ Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte", sagte der Papst an Bord des Flugzeugs.

Trump über Papst Leo: "Schwach gegen Kriminalität"

"Papst Leo ist SCHWACH gegen Kriminalität und schrecklich für die Außenpolitik", schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. "Ich will keinen Papst, der glaubt, dass es ok ist, wenn der Iran eine Atomwaffe hat." Später postete Trump auf Truth Social ein Bild, das ihn offenbar so darstellen soll, als sei er so mächtig wie Jesus Christus.

©Screenshot Truth Social

Trump ist auf dem Foto mit einer Robe abgebildet, eine seiner Hände liegt auf einem bettlägerigen Mann und aus seinen Fingern strahlt Licht. Um ihn herum sind Menschen mit bewunderndem Gesichtsausdruck zu sehen. Am Himmel über den Personen sind Adler und eine US-Flagge abgebildet.

In den sozialen Medien äußerte Trump nicht nur vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs Kritik an dem katholischen Kirchenoberhaupt. "Ich will keinen Papst, der glaubt, dass es schrecklich ist, dass Amerika Venezuela angegriffen hat, ein Land, das massive Mengen Drogen in die USA schickte", erklärte Trump.

Die Trump-Regierung hatte im Jänner bei einem Militäreinsatz den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gestürzt. Trump ergänzte: "Ich will keinen Papst, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten kritisiert, weil ich genau das mache, wofür ich MITEINEMERDRUTSCHSIEG gewählt wurde".

"Es schadet ihm sehr"

Der Republikaner teilte mit, Leo sei nur Papst geworden, "weil er Amerikaner war und sie dachten, dass das die beste Möglichkeit wäre, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen. Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan. Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, gesunden Menschenverstand anwenden, aufhören, der Radikalen Linken zu dienen und sich darauf konzentrieren, ein großartiger Papst, kein Politiker zu sein. Es schadet ihm sehr, und vor allem schadet es der katholischen Kirche!", schrieb Trump.

Der Präsident der katholischen Bischofskonferenz in den USA, der Erzbischof Paul S. Coakley, äußerte sich enttäuscht über die Kommentare von Trump. "Papst Leo ist nicht sein Rivale; zudem ist der Papst kein Politiker", teilte Coakley in einer Stellungnahme mit.

(dpa)

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