Paragleiterin nach Kollision mit Kleinflugzeug: "Ja, ich weiß, wer das war"
Die Frau war am Samstag im Raum Zell am See unterwegs, als eine Cessna ihren Gleitschirm in der Luft erfasste. Der Schirm wurde dabei schwer beschädigt. Mithilfe ihres Rettungsschirms konnte die Pilotin jedoch notlanden. Laut Polizei erlitt sie leichte Verletzungen.
"Oida, leck mich am Arsch"
In ihrem Instagram-Posting findet die 44-Jährige zunächst deutliche Worte: "Um’s in meinen Worten zu sagen: Oida, leck mich am Arsch." Mit der enormen Reichweite des Videos habe sie nicht gerechnet. Zwar sei ihr klar gewesen, dass die Aufnahmen mehr Aufmerksamkeit bekommen würden als ihre üblichen Beiträge – "aber das …", schreibt sie.
Das Video zeigt die dramatischen Sekunden des Unfalls aus ihrer Perspektive. Zu sehen ist, wie das Kleinflugzeug von hinten in den Gleitschirm fliegt und Teile des Schirms zerreißt. Nach der Landung sagt die Pilotin hörbar erleichtert: "I leb’ no."
Paragleiterin weist Spekulationen zurück
In ihrem Statement widerspricht die Paragleiterin außerdem mehreren Spekulationen. Sie habe sich in einem erlaubten Fluggebiet bewegt und sei "nirgends gewesen, wo sie nicht sein durfte". Ein elektronisches Warnsystem habe sie nicht verwendet. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes sei sie normal unterwegs gewesen.
Nach Angaben der Polizei flog sie geradeaus und führte kein besonderes Flugmanöver aus. Die 44-Jährige erklärt zudem, dass ein Paragleiter einem Kleinflugzeug in einer solchen Situation praktisch nicht ausweichen könne. Außerdem seien motorisierte Luftfahrzeuge grundsätzlich verpflichtet, unmotorisierten auszuweichen.
"Ja, ich weiß, wer das war"
Auch auf den Piloten der Cessna geht die Frau ein. Dieser habe nach dem Unfall ebenfalls sicher landen können. "Ja, ich weiß, wer das war", schreibt sie weiter. Der Fall werde nun "ganz offiziell, ohne Drama seinen ordentlichen Rechtsweg gehen".
Kritik an Reaktionen im Internet
Gleichzeitig richtet sich die 44-Jährige gegen zahlreiche Kommentare in sozialen Netzwerken. Viele Menschen würden vorschnell urteilen oder den Vorfall ins Lächerliche ziehen.
Sie hoffe, dass niemand selbst einmal in eine ähnliche Situation gerate und anschließend öffentliche Diskussionen darüber lesen müsse.
Appell an mehr Aufmerksamkeit im Luftraum
Abschließend erinnert die Paragleiterin daran, dass das Gebiet rund um Zell am See von Paragleitern, Segelfliegern und Motorflugzeugen gemeinsam genutzt wird. Regeln allein könnten Unfälle nicht immer verhindern. Ob ein Warnsystem den Zusammenstoß verhindert hätte, könne sie nicht sicher beantworten.
Solche Systeme seien ihrer Ansicht nach nicht vollständig zuverlässig. Deshalb richtet sie einen klaren Appell an andere Pilotinnen und Piloten: mehr Aufmerksamkeit, mehr visuelle Kontrolle und mehr Umsicht im gemeinsamen Luftraum.
(VOL.AT)