AA

Pollensaison startet später, aber intensiver: Hasel und Erle aktiv

Hasel und Erle starten durch: Pollenalarm in Vorarlberg.
Hasel und Erle starten durch: Pollenalarm in Vorarlberg. ©Canva Pro/Themenbild
Allergiker spüren derzeit verstärkt die Pollenbelastung, da Hasel und Erle aufgrund der vorangegangenen Kälte zeitverzögert und konzentriert im Februar blühen. Experten warnen vor unbehandelten Allergien und deren möglichen Spätfolgen wie allergischem Asthma.

Betroffene Allergiker bemerken seit Tagen eine erhöhte Belastung in der Außenluft. Üblicherweise setzt die Haselblüte bereits zum Ende des Januars ein. In diesem Jahr verhinderte jedoch die anhaltende Kälte den rechtzeitigen Pollenflug, wie Michaela Ranta, Bereichsleiterin Allergie am LKH Feldkirch, gegenüber dem ORF erklärt. Die blühbereiten Pollen wurden dadurch zurückgehalten und kommen nun verstärkt im Februar zur Freisetzung.

Schutzmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten

Zur Minimierung der Beschwerden empfiehlt die Expertin verschiedene Schutzmaßnahmen für den Alltag. In Apotheken stehen zudem diverse Präparate zur Verfügung, darunter Antihistaminika als Tabletten sowie spezielle Augentropfen zur Symptomlinderung. Als weiterführende Therapieoption bietet sich eine Desensibilisierung an, die auch als Allergieimmuntherapie bezeichnet wird. Diese Behandlung ist sowohl als Injektion als auch in Tablettenform verfügbar und bekämpft die Allergie an ihrer Wurzel.

Tipps für Allergiker

Draußen / Unterwegs

• Pollenflug-Vorhersage checken und Aktivitäten entsprechend planen
• Stoßzeiten meiden
– Auf dem Land: morgens hohe Belastung
– In der Stadt: abends hohe Belastung
• Sonnenbrille tragen, um die Augen zu schützen
• Kopfbedeckung tragen, damit sich weniger Pollen in den Haaren sammeln
• Maske (z. B. FFP2) tragen, um die eingeatmete Pollenmenge zu reduzieren
• Sport und längere Aufenthalte bei starkem Pollenflug nach drinnen verlegen
• Nach dem Aufenthalt im Freien Kleidung wechseln und nicht im Schlafzimmer lagern

Zuhause

• Richtig lüften
– In der Stadt: morgens
– Auf dem Land: abends
– Möglichst kurz und stoßweise
• Pollenschutzgitter an Fenstern anbringen
• Wäsche nicht im Freien trocknen
• Regelmäßig staubsaugen (am besten mit HEPA-Filter)
• Böden und Oberflächen feucht wischen statt trocken stauben
• Luftreiniger mit HEPA-Filter nutzen, besonders im Schlafzimmer

Körper & Hygiene

• Abends duschen und Haare waschen, um Pollen zu entfernen
• Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
• Nasenspülung mit Kochsalzlösung anwenden
• Augen bei Bedarf mit klarem Wasser ausspülen

Medizinische Maßnahmen

• Antihistaminika bei Bedarf oder vorbeugend einnehmen
• Kortison-Nasensprays regelmäßig und nach ärztlicher Empfehlung anwenden
• Hyposensibilisierung bei starken oder langanhaltenden Beschwerden ärztlich prüfen lassen

Ohne Behandlung droht Asthma

Eine Allergie dürfe keinesfalls bagatellisiert werden, betont Ranta, da ernsthafte Langzeitfolgen drohen können. Ohne angemessene Behandlung seien langfristige Gesundheitsschäden möglich. Bei ausschließlich symptomatischer Therapie bestehe das Risiko eines sogenannten Etagenwechsels, bei dem sich die Beschwerden von den oberen zu den unteren Atemwegen verlagern. Dies könne zur Entwicklung eines allergischen Asthmas führen.

Aktuelle Pollenbelastungen in Vorarlberg

Der Wochenbeginn bringt Regen, doch ab Mittwoch wird es in Vorarlberg sonnig und bis zu 15 Grad warm. Mit den steigenden Temperaturen nimmt der Pollenflug von Hasel und Erle deutlich zu. Allergiker müssen sich landesweit auf eine stärkere Belastung einstellen.

Der Regen zum Start in die Woche täuscht. Zwar bleibt es in den Niederungen zunächst nass, doch die Temperaturen klettern bereits über die 10-Grad-Marke. Und mit der angekündigten Sonne ab Mittwoch dürfte der Vorfrühling endgültig anklopfen. Bis Ende der Woche sind laut Prognosen mehr als 15 Grad möglich – ideale Bedingungen für die Freisetzung von Pollen.

Für viele bedeutet das: Taschentücher bereithalten.

Hasel blüht schon seit Wochen

Die weit verbreitete Strauchhasel steht in den tieferen Lagen Vorarlbergs bereits seit mehreren Wochen in Blüte. Ihre gelblichen Kätzchen sind vielerorts sichtbar – und sie haben weiterhin das Potenzial, große Mengen an Pollen freizusetzen.

Hinzu kommt die Baumhasel. Diese nicht heimische Art wird häufig in Parks, Wohnanlagen und Gärten gepflanzt. Auch sie blüht derzeit und sorgt in ihrem unmittelbaren Umfeld für zusätzliche, teils spürbare Belastungen. Gerade in dicht verbauten Gebieten kann das die Situation für empfindliche Personen verschärfen.

Erlen ziehen nach

Nun folgt die nächste Welle: In den Niederungen wird die Blüte der Grau- und Schwarz-Erlen in den kommenden Tagen deutlich an Fahrt aufnehmen. Aktuell dominieren noch die Grau-Erlen das Bild. Doch das wird sich rasch ändern.

Die Zahl der blühbereiten Schwarz-Erlen nimmt derzeit stark zu. Schon in wenigen Tagen könnten sie für den Großteil des Erlen-Pollenflugs verantwortlich sein. Die Purpur-Erle hingegen ist bereits abgeblüht – ihre leeren Kätzchen fallen vielerorts schon zu Boden.

Ideale Bedingungen für Pollenflug

Sonniges, trockenes und mildes Wetter gilt als optimal für die Verbreitung von Pollen. Genau diese Konstellation zeichnet sich für die zweite Wochenhälfte ab. Wind kann die feinen Partikel zusätzlich über weite Strecken transportieren.

Für Menschen, die auf Frühblüher wie Hasel oder Erle sensibilisiert sind, bedeutet das eine verstärkte Belastung – insbesondere in den Niederungen des Landes.

Was Allergiker jetzt wissen sollten

  • Hauptverursacher aktuell: Strauchhasel, Baumhasel, Grau-Erle
  • Im Anmarsch: Schwarz-Erle mit stark zunehmender Blühbereitschaft
  • Wettertrend: Ab Mittwoch sonnig, trocken, über 15 °C
  • Folge: Deutlich intensiverer Pollenflug wahrscheinlich

Wer empfindlich reagiert, sollte die Wetterentwicklung im Blick behalten und gegebenenfalls rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

(Red.)

  • ADMIN AT
  • Gesundheit
  • Pollensaison startet später, aber intensiver: Hasel und Erle aktiv