Proteste im Iran: Junge Motorrad-Influencerin mit 19 Jahren erschossen
Offene Kritik an Kopftuchpflicht und Repressionen
Bahador veröffentlichte regelmäßig Videos auf Social Media, in denen sie sich ohne Kopftuch zeigte – ein direkter Bruch mit den strengen Vorschriften der Islamischen Republik. Ihre Motorrad-Stunts und Auftritte ohne Verschleierung machten sie in kurzer Zeit zu einer prominenten Stimme des Protests, insbesondere unter jungen Iranerinnen. Mehr als 180.000 Menschen folgten ihr auf Instagram.
Tödlicher Vorfall bei Protesten in Gorgan
Laut der Menschenrechtsorganisation Hyrcani Human Rights wurde Bahador in der Nacht auf den 8. Jänner in der Stadt Gorgan erschossen. Augenzeugen berichteten von einem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die 19-Jährige sei demnach von zwei Kugeln getroffen worden. Ihre Leiche wurde der Familie laut Berichten erst zwei Tage später übergeben. Eine unabhängige Untersuchung habe nicht stattgefunden.
Staatsmedien sprechen von Unfall
Offizielle Stellen widersprechen der Darstellung: Staatsnahe Medien im Iran berichten, Bahador sei bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Sie habe in der Provinz Golestan die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren. Kritiker bezweifeln diese Version. Menschenrechtsorganisationen sprechen von massivem Druck auf die Familie. Diese habe die Beisetzung unter Auflagen durchführen müssen und öffentlich erklären sollen, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Kurz darauf erschien eine entsprechende Mitteilung auf dem Instagram-Profil der Influencerin.
Symbolfigur für viele junge Menschen
Diana Bahador stammte aus Gonbad-e Kavus im Norden des Landes. Frauen durften im Iran bis Ende 2025 de facto keine Motorradführerscheine erwerben – viele fuhren daher ohne offizielle Genehmigung.
Bahador wurde damit nicht nur zum Symbol für den Protest gegen die Kopftuchpflicht, sondern auch für die Forderung nach Gleichberechtigung.
(VOL.AT)