Reiselust ungebrochen: Österreicher sparen beim Urlaub
Die Lust aufs Reisen bleibt auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten erstaunlich stabil. 94 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher planen heuer einen Sommerurlaub. Gleichzeitig zeigt sich aber: Die Teuerung hinterlässt deutliche Spuren im Reiseverhalten.
"Die Rahmenbedingungen sind herausfordernd, der Wunsch nach Urlaub ist dennoch ungebrochen", sagte ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek. Finanzielle Überlegungen und Sicherheitsbedenken würden die Planung zunehmend prägen. "Sie zählen zu den häufigsten Gründen gegen eine Reise."
Budget sinkt, Kreativität steigt
Im Schnitt steht den Urlaubern heuer weniger Geld zur Verfügung: Das durchschnittliche Budget pro Person sank von 1.233 Euro im Vorjahr auf 1.189 Euro. Entsprechend reagieren viele mit Anpassungen:
- 30 Prozent buchen günstigere Unterkünfte
- 22 Prozent reisen bewusst in der Nebensaison
- 21 Prozent sparen bei Restaurants und Ausflügen
- 19 Prozent verkürzen ihren Urlaub oder verreisen seltener
- 17 Prozent bleiben häufiger im Inland
Auffällig: Rund die Hälfte der Befragten schließt längere Urlaube mit mehr als acht Übernachtungen mittlerweile aus.
Auch bei der Buchung selbst wird stärker verglichen und optimiert. 40 Prozent nutzen Vergleichsplattformen, 32 Prozent Frühbucherrabatte. Jeder Fünfte sichert sich Tickets vorab online, während 17 Prozent auf Last-Minute-Angebote setzen.
Süden bleibt Sehnsuchtsziel
Trotz aller Sparmaßnahmen zieht es die Mehrheit weiterhin ins Ausland. 70 Prozent planen eine Reise über die Grenzen hinaus. Besonders gefragt sind klassische Ziele:
- Italien (19 Prozent)
- Kroatien (16 Prozent)
- Griechenland und Spanien (je 9 Prozent)
Gleichzeitig bleibt auch der Urlaub im eigenen Land attraktiv: Jeder Zweite plant zumindest teilweise Ferien in Österreich. Besonders Kärnten und die Steiermark liegen vorne, gefolgt von Oberösterreich. Entscheidende Faktoren sind hier Nähe, Sicherheit und bessere Planbarkeit der Kosten.
Inhaltlich bleibt das Meer unangefochten auf Platz eins der Urlaubswünsche – 59 Prozent bevorzugen Badeurlaub. Städtereisen (31 Prozent) und Aufenthalte an Seen (rund 25 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.
Auto dominiert weiterhin
Trotz hoher Spritpreise bleibt das Auto das wichtigste Verkehrsmittel für den Sommerurlaub. 69 Prozent der Befragten wollen mit dem eigenen Pkw verreisen. Flugreisen planen 36 Prozent, die Bahn nutzen 23 Prozent.
Die Gründe liegen auf der Hand: Flexibilität, oft geringere Gesamtkosten – und ein Gefühl von Kontrolle in unsicheren Zeiten.
Fakten zur Umfrage
- Auftraggeber: ÖAMTC
- Stichprobe: 1.000 Personen in Österreich
- Erhebungszeitraum: Ende März 2026
- Ergebnis: Hohe Reisebereitschaft bei gleichzeitig steigender Preissensibilität
Der Befund ist klar: Der Sommerurlaub bleibt für viele ein Fixpunkt – selbst wenn dafür an anderer Stelle gespart werden muss.
(VOL.AT)