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Riesenzecke verfolgt ihre Beute: Experten beobachten Ausbreitung

Bild einer Riesenzecke.
Bild einer Riesenzecke. ©APA
Die tropische Hyalomma-Zecke breitet sich auch in Mitteleuropa aus. Der Parasit kann aktiv jagen, gilt als potenzieller Überträger gefährlicher Krankheiten.

Ein Parasit aus wärmeren Regionen

Die Hyalomma-Zecke stammt ursprünglich aus Afrika, Asien und Teilen Südosteuropas. Dass sie heute auch in Österreich auftaucht, liegt laut Fachleuten vor allem an Zugvögeln, die Larven und Nymphen mitbringen.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder einzelne Exemplare auch hierzulande nachgewiesen – etwa im Osten Österreichs. Ein stabiler Bestand ist bislang nicht flächendeckend belegt, doch Experten gehen davon aus, dass die Zecke bei passenden klimatischen Bedingungen Fuß fassen kann.

Ungewöhnlich: Diese Zecke jagt aktiv

Während heimische Zeckenarten meist im Gras lauern und auf vorbeikommende Wirte warten, verhält sich die Hyalomma-Zecke anders: Sie bewegt sich aktiv auf ihre Opfer zu.

"Sie ist so schnell wie eine jagende Spinne", erklärte Neurologin Uta Meyding-Lamadé bei einem Fachkongress.

Dabei kann die Zecke ihre Wirte nicht nur riechen, sondern auch sehen – und ihnen über mehrere Meter folgen. Dieses Verhalten ist für Zecken äußerst ungewöhnlich.

Mögliche Gesundheitsrisiken

Die Hyalomma-Zecke gilt als potenzieller Überträger des Krim-Kongo-Fiebers, einer Virusinfektion, die in schweren Fällen lebensbedrohlich verlaufen kann. Symptome reichen von Fieber bis zu schweren Blutungen.

In Österreich wurden bisher jedoch keine derartigen Erkrankungsfälle registriert, die auf diese Zecke zurückzuführen sind.

Auch das sogenannte Zecken-Fleckfieber sowie Q-Fieber stehen im Zusammenhang mit bestimmten Hyalomma-Arten. Diese Erkrankungen verlaufen meist milder, können aber grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen.

Gefahr für Haustiere derzeit gering

Die Zecke befällt bevorzugt größere Tiere wie Pferde, kann aber auch Hunde oder Menschen stechen.

Nach aktuellem Wissensstand spielt sie als Krankheitsüberträger für Hunde und Katzen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Typische durch Zecken übertragene Hundekrankheiten wurden bislang nicht in Hyalomma-Zecken nachgewiesen.

Allerdings können die Parasiten vom Tier auf den Menschen übergehen – ein Risiko, das Tierhalter im Blick behalten sollten.

So erkennt man die Riesenzecke

Die Hyalomma-Zecke ist deutlich größer als heimische Arten und dadurch leichter zu identifizieren:

  • Fünf bis sechs Millimeter groß (unvollgesogen)
  • bis zu 2 Zentimeter nach dem Blutsaugen
  • auffällig gestreifte Beine

Diese Merkmale unterscheiden sie klar vom Gemeinen Holzbock.

Aktiv ab dem Frühjahr

Die Zecke wird ab Temperaturen von etwa zwölf Grad aktiv. In Österreich kann sie daher bereits im Frühjahr auftreten, mit einem Schwerpunkt in warmen und trockenen Monaten.

(VOL.AT)

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