Die Ukraine hat nach russischen Angaben in der Nacht auf Freitag massive Drohnenangriffe auf Moskau gestartet. Innerhalb von etwa einer Stunde seien mindestens 28 auf Moskau zusteuernde Drohnen zerstört worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin.
Bei einem Drohnenangriff auf die russische Region Tula wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine Industrieanlage in der Stadt Nowomoskowsk beschädigt.
Um was für eine Anlage es sich genau handelt, teilt Gouverneur Dmitri Miljajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram nicht mit. In der Gegend befinden sich mehrere große Chemiewerke. Zudem seien Stromleitungen beschädigt und eine Frau verletzt worden, schreibt er weiter.
660 ukrainische Drohnen über Russland abgeschossen
Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht auf Freitag 660 ukrainische Drohnen abgeschossen. Drohnen seien über mehr als einem Dutzend Regionen zerstört worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Betroffen gewesen seien unter anderem die Region Moskau und die annektierte Halbinsel Krim. Die Zahl ist eine der höchsten seit Beginn des Konflikts.
Die ukrainische Armee hat in den vergangenen Monaten Russland verstärkt mit Langstreckendrohnen angegriffen. Dabei wurde insbesondere Energieinfrastruktur wie Raffinerien, Öldepots und Häfen ins Visier genommen. Zuletzt hatte die Ukraine am 18. Juni den größten Drohnenangriff auf Moskau seit Jahren geführt. Dabei wurde eine wichtige Ölraffinerie im Südosten der russichen Hauptstadt schwer getroffen.
Kiew sieht diese Anlagen als legitime Ziele, um die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung seiner Offensive in der Ukraine zu reduzieren. In der vergangenen Woche hatte ein ukrainischer Angriff einen Großbrand in einer Raffinerie im Südosten Moskaus verursacht.
Ukrainische Offensive gestartet
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele gebilligt. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, postete Selenskyj auf Telegram.
(APA/Reuters/AFP)