SAP-Aktie bricht ein – Cloud-Zahlen enttäuschen Anleger
Enttäuschung im Cloud-Geschäft
Auslöser für den dramatischen Kurssturz ist die Entwicklung im Cloud-Geschäft, dem wichtigsten Zukunftsbereich von SAP. Konkret geht es um die Cloud-Aufträge für die nächsten zwölf Monate – eine Kennzahl, die zeigt, wie viel Umsatz bereits sicher ist. Im vierten Quartal stieg dieser Auftragsbestand währungsbereinigt um 25 Prozent.
Für Anleger war das zu wenig. SAP-Chef Christian Klein (45) hatte selbst erklärt, dass 25 Prozent Wachstum eine Enttäuschung wären. Die Börse reagierte prompt: Die SAP-Aktie rutschte im Tagesverlauf auf rund 165 Euro ab – der tiefste Stand seit zwei Jahren. Der Einbruch wirkte sich auch negativ auf den DAX aus.
Zahlen solide, Ausblick sorgt für Sorgen
Dabei sahen die Geschäftszahlen auf den ersten Blick solide aus: Der Umsatz stieg 2025 auf 36,8 Milliarden Euro, der Gewinn auf 7,5 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Auch operativ übertraf SAP die Erwartungen.
Doch die Börse blickt nach vorn – und dort wachsen die Zweifel. Vor allem im Cloud-Bereich, dem Herzstück der Unternehmensstrategie, lässt das Wachstumstempo nach. Zwar bleibt der Bereich zweistellig im Plus, doch SAP stellt für 2026 eine weitere Abschwächung in Aussicht.
KI-Sorgen und unsicheres Umfeld
Erschwerend kommt das schwierige Marktumfeld für Software-Aktien hinzu. Viele Investoren fragen sich, wie stark Künstliche Intelligenz die Branche verändern wird. Trotz der Beteuerungen aus dem SAP-Hauptsitz in Walldorf bleibt die Nervosität an den Märkten hoch.
SAP kündigt Aktienrückkauf an
SAP selbst erklärt die schwächeren Cloud-Zahlen mit längeren Vertragsverhandlungen bei Großkunden. Geopolitische Unsicherheiten und neue Regeln verzögerten Abschlüsse – ein Nachfrageproblem sieht der Konzern nicht.
Mit einem Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro will SAP eigene Anteile vom Markt nehmen. Das verringert die Zahl frei gehandelter Aktien und steigert den Gewinn pro Aktie – ein Vorteil für bestehende Aktionäre. Doch auch das konnte die Märkte am Donnerstag nicht beruhigen.
Die Botschaft der Börse war klar: Gute Zahlen reichen nicht, wenn die Erwartungen höher waren.
(VOL.AT)