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Schicksalsschlag rührt Artemis-2-Crew zu Tränen: Mondkrater nach verstorbener Ehefrau benannt

Die Artemis-II-Crew benannte einen Mondkrater nach der 2020 im Alter von 46 Jahren verstorbenen Ehefrau von Kommandant Reid Wiseman.
Die Artemis-II-Crew benannte einen Mondkrater nach der 2020 im Alter von 46 Jahren verstorbenen Ehefrau von Kommandant Reid Wiseman. ©APA/AFP/NASA/Handout
Während der Artemis-2-Mission hat die Besatzung in über 400.000 Kilometern Entfernung zur Erde einen Mondkrater nach der verstorbenen Ehefrau von Kommandant Reid Wiseman benannt. Der Moment war von großer Emotionalität geprägt.

Es war ein ungewöhnlich persönlicher Augenblick an Bord der "Orion"-Kapsel. Mitten im Flug wurde es ruhig, als die Crew einen Mondkrater Carroll Wiseman widmete. Sie war die Ehefrau von Missionskommandant Reid Wiseman und starb 2020 im Alter von 46 Jahren an Krebs.

"Es ist ein heller Punkt auf dem Mond", sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen während der Live-Übertragung. "Und wir würden ihn gerne Carroll nennen."

"Das war ein ganz besonderer Moment"

Die Situation blieb nicht nüchtern. Wiseman kämpfte sichtlich mit den Tränen, auch die anderen Crewmitglieder zeigten ihre Betroffenheit. In der Schwerelosigkeit fielen sich die vier Astronauten in die Arme, während im Kontrollzentrum in Houston eine Schweigeminute abgehalten wurde. Der frühere ESA-Astronaut Tim Peake bezeichnete den Moment gegenüber der BBC als außergewöhnlich: "Das war ein ganz besonderer Moment."

Kurz zuvor war die Crew als jene bestätigt worden, die weiter von der Erde entfernt war als alle Menschen vor ihnen. Zugleich verwies Peake auf den Zusammenhalt unter Raumfahrern: "Wir sind eine sehr eng verbundene Gemeinschaft, eine kleine Familie in der Astronauten-Welt." Und weiter: "Wir kennen uns, wir kennen die Familien der anderen, deshalb weiß ich, wie berührt sie und alle in der Missionskontrolle von diesem Moment sein werden." Wiseman zieht seine beiden Töchter seit dem Tod seiner Frau allein groß.

Zweiter Krater "Integrity" benannt

Neben "Carroll" schlug die Crew für einen weiteren Krater den Namen "Integrity" vor – so nennen die Astronauten auch ihre Raumkapsel. Aus Houston kam die Bestätigung unmittelbar zurück: "Integrity- und Carroll-Krater, laut und deutlich. Danke", sagte die Ingenieurin und Astronautin Jenni Gibbons.

Kommandant Reid Wiseman, dessen Ehefrau Carroll Wiseman 2020 im Alter von 46 Jahren verstarb.

Rekord auf dem Weg zum Mond

Neben der emotionalen Geste stellte die Mission auch einen Rekord auf. Um 19.57 Uhr deutscher Zeit befanden sich Victor Glover, Christina Koch, Reid Wiseman und Jeremy Hansen 400.171 Kilometer von der Erde entfernt. Damit wurde der bisherige Höchstwert der Apollo-13-Mission aus dem Jahr 1970 übertroffen.

Hansen richtete den Blick nach vorne: "diese Generation und die nächste heraus, sicherzustellen, dass dieser Rekord nicht lange hält". Zugleich beschrieb er seine Eindrücke vom All: "Es ist einfach überwältigend, was man derzeit mit bloßem Auge vom Mond aus sehen kann. Unglaublich!"

(VOL.AT)

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