Schlag gegen Russlands Schattenflotte: Französische Marine stoppt Tanker im Atlantik
Macron veröffentlicht Statement auf X
Der Tanker "Tagor" sei Sonntagfrüh in internationalen Gewässern mit Unterstützung Großbritanniens und weiterer Partner gestoppt worden, erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag auf X: "Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, das Seerecht verletzen und den Krieg finanzieren, den Russland seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt."
Zu seiner Mitteilung veröffentlichte der Präsident kurze Aufnahmen des Einsatzes. Es war die vierte Festsetzung dieser Art durch Frankreich im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs verhängte Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1.000 Schiffe zur Schattenflotte.
Frankreich hatte zuletzt im März einen Tanker aus der russischen Schattenflotte festgesetzt. Das im Mittelmeer festgesetzte Schiff "Deyna" hatte im April nach Zahlung einer Geldsumme seine Fahrt fortgesetzt. Die französische Regierung hatte damals angekündigt, die Strafen für das Fahren unter falscher Flagge zu verdoppeln.
Kreml erbost
Der Kreml bezeichnet die Festsetzung des Öltankers "Tagor" durch Frankreich indes als illegal. Das Vorgehen grenze an Piraterie, erklärt das Präsidialamt in Moskau. Russland werde als Reaktion auf den Vorfall Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Seefracht zu gewährleisten, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten.
(APA/AFP/Reuters)