An einer Primarschule in Bern kam es kürzlich zu einem Vorfall, bei dem Schüler eine Lehrkraft umzingelten und dabei "Allahu Akbar" riefen. "Es war eigentlich nur ein Scherz. Wir haben uns in einem Kreis versammelt, einige fingen an zu beten – es war ein traditionelles Ritual – und dann haben wir gemeinsam 'Allahu Akbar' gerufen", erzählt einer der Schüler. Ein anderer Schüler ergänzt: "Ich habe nicht aktiv mitgebetet, da ich die Gebete nicht auswendig kann. Ich weiß auch nicht genau, wie es zu dem Ganzen kam. Ich bin mehr oder weniger mitgelaufen."
Eltern reagieren
Die Mutter eines beteiligten Schülers äußerte sich besorgt, als sie von der Schule über den Vorfall informiert wurde: "Ich war nicht erfreut, als ich erfuhr, dass mein Sohn beteiligt war. Ich habe ihn dafür getadelt." Sie fügt hinzu, dass sie keine weiteren Strafen verhängt hat, und relativiert die Bedeutung des Ausdrucks "Allahu Akbar", indem sie erklärt: "Es bedeutet 'Gott ist am größten' und ist in unserem kulturellen Kontext nicht negativ."
Bruder nimmt Stellung
Der Bruder eines der Schüler merkt an: "Wenn dieser Ausdruck in eurer Kultur als Bedrohung verstanden wird, können wir nichts dafür. In unserer Kultur ist es ein normaler Ausruf."
Erklärung eines weiteren Schülers
Ein weiterer Schüler, der am Vorfall beteiligt war, berichtet: "Einige haben begonnen zu beten und andere stimmten ein. Ich konnte nicht mitbeten, da ich die Gebete nicht kannte. Meine Eltern waren schockiert, als sie erfuhren, dass ich dabei war, aber sie haben mich nicht bestraft. Wir dachten alle, es sei nur ein Spaß."
Expertin analysiert Gruppendynamik
Die Soziologie-Professorin Katja Rost erörtert die Dynamik solcher Situationen: "In Gruppen bewerten Menschen die Situation oft anders als im Nachhinein. Es ist wichtig, dass diese Vorfälle aufgearbeitet werden, um Empathie und Verständnis zu entwickeln."
(VOL.AT)