Sensation in Gröden: Tscheche bringt Odermatt um Sieg
Der 27-jährige Zabystran, im Weltcup zuvor nie besser als Achter, jubelte über den ersten Sieg eines männlichen tschechischen Skifahrers überhaupt. Die Österreicher waren nur in Nebenrollen unterwegs.
"Gröden-Effekt"
Am Tag nach dem historisch schwächsten Gröden-Abfahrtsergebnis landete Daniel Hemetsberger auf Platz sieben (+0,46). Mit Vincent Kriechmayr (9.), Raphael Haaser (10.) und Marco Schwarz (13.) klassierten sich vier ÖSV-Fahrer unter den Top-15 des engen Rennens.
Wieder griff der "Gröden-Effekt" der hervorkommenden Sonne. "Jeder, der diese Chance nutzt, hat es irgendwo verdient. Gratulation an Jan, aber klar fuchst es einen", sagte Odermatt im ORF. "Um dreiviertel 12 fährt man komplett im Dunkeln und eine halbe Stunde später komplett im Licht." Er hatte mit einer Brachialfahrt am Limit lange die Führung vor dem italienischen Podest-Debütanten Giovanni Franzoni (+0,37 Sek.) und dem Franzosen Nils Allegre (+0,44) innegehabt.
Zabystran überwältigt: War noch nie in Führung
Doch dann kam Zabystran. Er trat im Anschluss völlig überwältigt vor die Mikrofone: "Ich hatte noch nie das grüne Licht (des Führenden), ich bin noch nie im Sessel des Führenden gesessen. Es ist völlig verrückt", strahlte Zabystran. Franzoni widmete seinen ersten Podestplatz seinem im Training in Chile tödlich verunglückten Teamkollegen Matteo Franzoso. "Wir gingen als Team durch harte Zeiten. Ich weiß, er wäre stolz auf mich."
"Den Jan kenne ich schon ein Zeiterl, er ist ein gewaltiger Skifahrer, das wundert mich gar nicht", sagte Hemetsberger über den Sieger. Der Oberösterreicher schwang erstmals im Olympia-Winter zufrieden ab. "Die bisherige Saison war gebraucht. Das Skifahrerische war heute nicht so schlecht, bis auf einen kurzen Innenskifehler." Er rettete sich bei seinem Tiefflug über die Saslong mit einem Griff in den Schnee.
Letztlich riss aber eine drei Super-G-Rennen andauernde österreichische Podestserie. Kriechmayr kostete eine zu direkte Linienwahl einen möglichen weiteren Podestplatz. "Bei den Kamelbuckeln habe ich einen Fehler gemacht. Die anderen nicht. Ist so. Es war ein dummer Fehler, der mir schon zum zweiten Mal in meiner Karriere an dieser Stelle passiert ist", sagte Kriechmayr. Er hoffte vor der klassischen Saslong-Abfahrt am Samstag (11.45 Uhr) auf einen Lerneffekt.
(APA)