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Showdown im Nordatlantik: USA entern russischen Öltanker

Der Öltanker "Bella 1".
Der Öltanker "Bella 1". ©APA/AFP
Die USA haben den russischen Öltanker "The Marinera" im Nordatlantik im Rahmen einer Militäroperation unter ihre Kontrolle gebracht.
Verfolgungsjagd im Atlantik: Russischer Öltanker floh vor US-Kontrollen

Wie "NBC News" unter Berufung auf US-Regierungsstellen berichtet, wurde das Schiff am Mittwoch beschlagnahmt. Es war zuvor unter dem Namen "Bella 1" registriert und gilt laut US-Angaben als Teil der sogenannten "Schattenflotte". Der Tanker soll sich derzeit auf dem Weg nach Schottland befinden.

Das Europäische Kommando der US-Streitkräfte bestätigte die Beschlagnahmung am Mittwoch auf der Plattform X. Demnach wurde die Operation gemeinsam vom US-Justizministerium, dem Heimatschutzministerium und dem Verteidigungsministerium koordiniert. Als Grundlage wurden Verstöße gegen bestehende US-Sanktionen genannt.

Flaggenwechsel während der Fahrt

Das Frachtschiff wurde mehrere Tage lang von der US-Küstenwache verfolgt. Zuvor hatte es US-Medienberichten zufolge auf dem Weg nach Venezuela den Kurs geändert, um einer Durchsuchung zu entgehen. Zu diesem Zweck soll es auch den Namen in "The Marinera" geändert haben. Die US-Streitkräfte nannten diesen Namen nicht. Nach der Kursänderung und verfolgt durch die US-Küstenwache soll die Besatzung auch die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben.

Erster Zugriff im Dezember gescheitert

Bereits im Dezember hatte es laut US-Medien einen Versuch gegeben, den Tanker zu stoppen. Damals soll die Besatzung das Schiff auf den offenen Atlantik gesteuert haben. Die Aufnahme des Tankers ins russische Schiffsregister erfolgte laut Experten ohne vorherige Inspektion – offenbar mit dem Ziel, eine Beschlagnahme zu erschweren.

Trump ordnet Blockade sanktionierter Tanker an

US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor dem Militäreinsatz am Wochenende in Venezuela samt Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.

Der Öltanker "Bella 1". ©APA/AFP

Russland schickt U-Boot

Russland soll den Berichten zufolge ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben. Bevor die Beschlagnahmung des Tankers durch die USA öffentlich wurde, teilte das Außenministerium in Moskau der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, Russland betrachte die außergewöhnliche Situation mit Besorgnis.

Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks. Aus unverständlichen Gründen schenkten das US-Militär und die Nato seinem zivilen Status nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit, hieß es.

(VOL.AT, dpa)

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