Sieben Kontinente, zwei Prothesen: Hari Budha Magars Rekord-Besteigung
Er hat beide Beine verloren – und trotzdem das erreicht, wovon viele nur träumen: Hari Budha Magar (47) ist am 6. Jänner 2026 der erste Mensch mit beidseitiger Beinamputation, der die höchsten Berge aller sieben Kontinente erklommen hat. Den Abschluss seiner "Seven Summits"-Mission bildet der 4892 Meter hohe Mount Vision in der Antarktis.
"Ich wollte kein Stück Geschichte schreiben", sagt Magar im Interview mit der Bild-Zeitung. "Ich wollte das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung stärken." Und weiter: "Wenn ich die Chance hätte, meine Beine zurückzubekommen – ich würde sie ausschlagen. Meine Mission heute ist es, anderen zu helfen, sie zu inspirieren und zu stärken."
Von Afghanistan zum Mont Blanc
Magars Weg beginnt mit einer Tragödie. 2010, bei einem Einsatz der britischen Armee in Afghanistan, tritt der Familienvater auf eine Sprengfalle. Die Explosion kostet ihn beide Beine. "Diese Bombe hätte mich töten sollen", sagt er. "Aber ich bekam eine zweite Chance – und wollte daraus etwas Positives machen."
Neun Jahre später beginnt er seine "Seven-Summits"-Reise. Den Anfang macht im August 2019 der Mont Blanc in den Alpen. Es folgen der Kilimandscharo (5895 m) in Tansania, der Denali (6190 m) in Alaska, der Aconcagua (6961 m) in Argentinien und der Puncak Jaya (4884 m) in Ozeanien. Der schwierigste Gipfel steht ihm da noch bevor.
Der Everest – und der Kindheitstraum
Im Mai 2023 ist es so weit: Hari Budha Magar steht auf dem höchsten Punkt der Erde, 8849 Meter über dem Meeresspiegel, auf dem Mount Everest. "Ich bin nur ein ganz normaler Kerl, der als Kind den Traum hatte, diesen Berg zu besteigen", sagt er rückblickend.
Ein Traum, den viele abgeschrieben hätten. Nicht Magar. Mit eisernem Willen und monatelangem Training schafft er das Unvorstellbare – und wird zum Vorbild für viele.
Eine Botschaft, die weiter trägt
Mit dem letzten Aufstieg auf den Mount Vision erfüllt sich für Magar nicht nur ein persönliches Ziel. Er will andere mitziehen. "Man muss nicht auf einen Berg steigen, um seine Träume zu verwirklichen", sagt er. "Aber jeder hat diesen einen symbolischen Berg vor sich. Und jeder kann ihn bezwingen."
Hari Budha Magars Botschaft ist einfach, aber kraftvoll: Eine Behinderung ist kein Ende – sondern manchmal der Anfang von etwas Größerem.
(VOL.AT)