SOS im Sand: Schiffbrüchiger löst Waldbrand mit Signalfackeln aus
Ein Schiffbruch vor der Küste Kaliforniens hat eine dramatische Rettung ausgelöst – und zugleich einen der größten Brände des bisherigen kalifornischen Feuerjahres. Ein 67-jähriger Segler war mit seinem Boot bei Santa Rosa Island gestrandet. Nach ersten Angaben der US-Küstenwache setzte er Signalfackeln ab, um auf sich aufmerksam zu machen. Die genaue Brandursache wird laut National Park Service weiterhin untersucht.
Der Mann verbrachte eine Nacht auf der Insel und wurde später von der US-Küstenwache gerettet. Auf Bildern war ein großes "SOS" im Boden zu sehen. Nach bisherigen Berichten blieb der Segler unverletzt.
Brand erfasst mehr als 70 Quadratkilometer
Das sogenannte Santa Rosa Island Fire breitete sich in den Tagen nach dem Vorfall massiv aus. Nach aktuellem Stand vom Mittwochabend, 20. Mai 2026, waren 17.554 Acres betroffen – umgerechnet rund 71 Quadratkilometer. Die Eindämmung lag laut Noozhawk bei 44 Prozent.
Santa Rosa Island gehört zum Channel-Islands-Nationalpark. Die Insel ist wegen des Feuers für Besucher gesperrt. Einsatzkräfte versuchen, unter anderem historische Gebäude, den Pier, Campingbereiche und sensible Naturflächen zu schützen.
Seltene Torrey-Kiefer besonders bedroht
Besonders heikel ist der Brand, weil er durch das Gebiet der seltenen Torrey-Kiefern zog. Diese Kiefernart wächst natürlich nur an sehr wenigen Orten – auf Santa Rosa Island und im Raum San Diego. Wie groß der Schaden am Bestand tatsächlich ist, wird noch geprüft.
Die Insel gilt als ökologisch besonders wertvoll. Neben seltenen Pflanzen leben dort auch geschützte Tierarten. Laut Berichten wurden bereits historische Strukturen zerstört, darunter ein Geräteschuppen und eine Hütte.
Ursache noch nicht endgültig geklärt
Die ersten Berichte stellten die Signalfackeln des Seglers als wahrscheinlichen Auslöser dar. Später berichtete SFGATE jedoch von einem Video, das ein brennendes Segelboot bereits vor der Entdeckung des großen Feuers zeigen soll. Damit steht auch ein Brand am Boot selbst als mögliche Ursache im Raum. Offiziell wird die Ursache weiter untersucht.
Für die Einsatzkräfte bleibt die Lage schwierig: Die abgelegene Insel erschwert den Transport von Personal, Ausrüstung und Fahrzeugen. Löschteams, Versorgung und teils sogar Feuerwehrfahrzeuge mussten per Boot auf die Insel gebracht werden.
Weitere Feuer auf dem Festland
Auch auf dem kalifornischen Festland kämpften Einsatzkräfte gegen mehrere Brände. Beim Sandy Fire in Simi Valley wurden laut KCLU bis Mittwochabend 2.115 Acres gemeldet, die Eindämmung lag bei 22 Prozent. Einige Evakuierungsanordnungen wurden demnach gelockert.
In Riverside County brannte zudem das Verona Fire. FOX 11 berichtete von knapp 600 Acres und 30 Prozent Eindämmung; Evakuierungsanordnungen und Warnungen blieben für mehrere Zonen aktiv.
(VOL.AT)