SPAR Österreich-Gruppe setzt Expansion fort
SPAR bleibt im österreichischen Lebensmittelhandel klar auf Expansionskurs. Die SPAR Österreich-Gruppe erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 22,3 Milliarden Euro – ein Plus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt betreibt der Konzern 3.326 Standorte in sechs Ländern und beschäftigt 93.000 Mitarbeitende.
Marktführerschaft in Österreich weiter ausgebaut
In Österreich erwirtschaftete SPAR 2025 einen Brutto-Verkaufsumsatz von 10,82 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 4,2 Prozent. Laut NielsenIQ wuchs die Branche im selben Zeitraum um 3,4 Prozent – SPAR entwickelte sich damit überdurchschnittlich.
Mit Ende 2025 betrieb das Unternehmen hierzulande 1.514 Standorte, 17 mehr als im Jahr davor. Dazu zählen:
- 1.024 SPAR-Supermärkte
- 249 EUROSPAR-Märkte
- 70 INTERSPAR-Hypermärkte
- 113 SPAR-express-Tankstellenshops
INTERSPAR betreibt zudem 60 Restaurants und zählt damit zu den größten Systemgastronomen Österreichs.
SPAR-Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch betonte: "Zu einer hohen Lebensqualität in einem Land gehört auch eine gut ausgebaute, leicht erreichbare Nahversorgung." Neue Ideen, Akquisitionen und zukunftsorientiertes Handeln seien die Basis für nachhaltiges Wachstum. Für 2026 kündigte er Investitionen von rund 800 Millionen Euro an.
25 Unimarkt-Standorte wechseln zu SPAR
Ein zentraler Wachstumsschritt ist die Übernahme von 25 Unimarkt-Standorten. 23 Märkte wurden nach Genehmigung durch die Bundeswettbewerbsbehörde mit Ende Jänner 2026 übernommen, zwei weitere – in Saxen und St. Oswald (OÖ) – wechselten als selbstständige Kaufleute zu SPAR.
20 Standorte werden künftig von selbstständigen SPAR-Kaufleuten geführt, fünf als Filialen der SPAR-AG. Die Mitarbeitenden wurden übernommen, teilweise zusätzliches Personal eingestellt. SPAR rechnet mit einem Marktanteilsplus von 0,2 Prozentpunkten.
Investitionen auch in Vorarlberg
Auch in Vorarlberg sind Projekte geplant: Der INTERSPAR in Feldkirch-Altenstadt wird derzeit umgebaut und soll 2026 neu eröffnen. Zudem ist ein Baustart im Dornbirner Messepark vorgesehen.
Mit dem neuen Ladenkonzept "SPAR next", das bereits in 36 Märkten umgesetzt wurde, testet das Unternehmen ein modernes Design.
Expansion in fünf Ländern
Neben Österreich ist SPAR in Norditalien (548 Standorte), Ungarn (647), Slowenien (169) und Kroatien (144) vertreten. Besonders stark wuchsen 2025 Kroatien (+7,1 Prozent Umsatz) und Slowenien (+7,6 Prozent). In Slowenien erreichte SPAR erstmals die Marktführerschaft.
Im Lebensmittelhandel betreibt die Gruppe insgesamt 3.082 Standorte in fünf Ländern – 33 mehr als im Jahr davor.
Digitalisierung und strategische Entscheidungen
Im Herbst 2025 stellte INTERSPAR den Lebensmittel-Onlineshop ein. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem das neue Einwegpfand-System und steigende Logistikkosten. Der Online-Shop "weinwelt.at" bleibt bestehen.
540 Märkte in Österreich sind inzwischen mit elektronischen Regaletiketten ausgestattet. Die SPAR-App zählt 3,6 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer, in Kroatien rund 350.000 wenige Monate nach Einführung.
Seit Jänner 2025 gilt zudem das Einwegpfand auf bestimmte Getränkeverpackungen. Laut SPAR werden an über 2.000 Pfandautomaten pro Öffnungsstunde rund eine Million Gebinde retourniert. 2025 wurden über 570.000 Euro an "Rettet das Kind" sowie mehr als 100.000 Euro an Feuerwehren gespendet. 2026 sollen die Spenden ausschließlich den jeweils zuständigen Feuerwehren zugutekommen.
Neue gesetzliche Vorgaben ab 2026
Mit April 2026 tritt die Kennzeichnungspflicht für sogenannte "Shrinkflation" in Kraft – also wenn Packungsinhalte bei gleichem Preis reduziert werden. SPAR kündigt an, bei Eigenmarken auf solche Praktiken zu verzichten.
Ab 1. Juli 2026 soll zudem ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent auf ausgewählte Grundnahrungsmittel gelten. Rund 16.000 Artikel sind betroffen. Laut SPAR müssen 6.000 Kassen umprogrammiert und mehr als eine Million Preisetiketten angepasst werden.
Reisch erklärte dazu: "Die geplante Mehrwertsteuersenkung bei ausgewählten Grundnahrungsmitteln bedeutet für den Handel einen enormen Aufwand, der keinesfalls nur mit dem sogenannten ‚einen Knopfdruck‘ zu bewältigen ist." Man wolle die Senkung "pünktlich und vollständig" an die Konsumenten weitergeben.
(VOL.AT)