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600 Jahre altes Schiff vor Kopenhagen entdeckt – Größte Mittelalter-Kogge der Welt

Meeresarchäologen feiern Sensationsfund in der Ostsee
Meeresarchäologen feiern Sensationsfund in der Ostsee ©Vikingeskibsmuseet
Archäologen haben in der Ostsee ein spektakuläres Wrack geborgen: Vor Kopenhagen wurde das weltweit größte bekannte Handelsschiff des Mittelalters entdeckt. Die sogenannte "Kogge" lag rund 600 Jahre lang gut erhalten auf dem Meeresgrund.

Spektakulärer Fund bei Bauprojekt in Kopenhagen

Das Wrack kam bei Voruntersuchungen für das Großbauprojekt Lynetteholm in der Meerenge Øresund zwischen Dänemark und Schweden ans Licht. Der Fund wurde vom Wikingerschiffmuseum in Roskilde im Dezember 2025 öffentlich gemacht.

600 Jahre altes Wrack im Øresund entdeckt

Das Schiff, das auf den Namen "Svælget 2" getauft wurde, wurde laut dendrochronologischer Analyse im Jahr 1410 aus Holz aus Pommern und den Niederlanden gebaut.

Die Meeresarchäologen legten das Schiff in 13 Metern Tiefe in der Fahrrinne namens Svælget zwischen Amager und Saltholm frei. ©vikingeskibsmuseet

Größte bekannte Kogge weltweit

Mit einer Länge von rund 28 Metern, einer Breite von 9 Metern und einer Höhe von etwa 6 Metern übertrifft es alle bisher bekannten Koggen dieser Epoche. Die geschätzte Ladekapazität lag bei rund 330 Tonnen.

Rückgrat des mittelalterlichen Seehandels

Koggen galten im Mittelalter als Rückgrat des nordeuropäischen Handels. Sie konnten trotz ihrer Größe von vergleichsweise kleinen Besatzungen gesteuert werden. Laut dem Museum ermöglichte dieser Schiffstyp den Transport alltäglicher Waren über weite Distanzen – nicht nur von Luxusgütern.

Außergewöhnlich guter Erhaltungszustand

Das Wrack war durch Sandschichten weitgehend vor Verwitterung geschützt. Besonders außergewöhnlich ist der Erhaltungszustand: Sogar Teile der Takelage sowie die gemauerte Kombüse mit Feuerstelle sind erhalten – eine Seltenheit auf historischen Handelsschiffen.

Die Kogge mit dem Namen Svælget 2 ist außergewöhnlich gut erhalten, zudem kamen bei den Grabungen bislang unbekannte Teile der Takelage zum Vorschein; das Foto zeigt ein sogenanntes "Jungfernholz", das zur Einstellung der Takelage diente. ©vikingeskibsmuseet

Alltagsgegenstände und Kombüse geborgen

Neben Geschirr, Schuhen und Rosenkränzen wurden auch Kämme und andere Alltagsgegenstände der Besatzung geborgen. Hinweise auf eine militärische Nutzung gibt es laut Museum nicht.

Keine Hinweise auf militärische Nutzung

Auch wenn keine Fracht entdeckt wurde, geht man davon aus, dass das Schiff typische Handelswaren wie Salz, Tuch oder Holz transportierte.

Erster archäologischer Beleg für Heckkastell

Grabungsleiter Otto Uldum sprach gegenüber US-Medien von einem besonders seltenen Fund: Es sei äußerst ungewöhnlich, ein derart großes Handelsschiff in so gutem Zustand und außerhalb geschützter Gewässer zu entdecken. Besonders bemerkenswert sei der Fund des Heckkastells, das bislang nur aus mittelalterlichen Darstellungen bekannt war.

Das mittelalterliche Schiff wird auf etwa 1410 datiert und ist mit einer Länge von rund 28 Metern die bislang größte entdeckte Kogge. ©vikingeskibsmuseet

Weitere Analysen sollen Leben an Bord beleuchten

Die Analyse der Funde, darunter auch Tierknochen, soll nun weitere Einblicke in das Leben an Bord liefern. Laut Uldum deuten die Funde auf einen für damalige Verhältnisse relativ komfortablen Alltag der Besatzung hin.

(VOL.AT)

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