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Spritpreise sinken deutlich: Diesel stärker als Benzin

©APA/HARALD SCHNEIDER
Seit Anfang April sind die Spritpreise in Vorarlberg spürbar gefallen. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wurde Diesel deutlich günstiger als Benzin. Gleichzeitig warnt die Organisation vor möglichen Engpässen und fordert Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion.

Deutlicher Rückgang im April

Die Preise an den Tankstellen haben im April merklich nachgegeben. Wie der VCÖ unter Berufung auf Daten der E-Control mitteilt, kostete ein Liter Diesel am 29. April im Median 1,964 Euro – rund 24 Cent weniger als noch zu Monatsbeginn. Auch Benzin wurde günstiger, allerdings weniger stark: Der Preis für Eurosuper sank im selben Zeitraum um etwa acht Cent auf 1,788 Euro pro Liter.

Im österreichweiten Vergleich bleibt Vorarlberg dennoch im oberen Preisfeld. Sowohl bei Diesel als auch bei Benzin liegt das Bundesland laut VCÖ hinter Tirol auf Platz zwei der teuersten Regionen.

Verbrauch entscheidender Faktor

Für die tatsächlichen Kosten beim Autofahren spielt laut VCÖ nicht nur der Preis an der Zapfsäule eine Rolle. "Der Spritpreis ist der eine Faktor, der auf die Spritkosten Einfluss hat. Einen mindestens gleich großen und nachhaltigeren Einfluss hat aber der Spritverbrauch", erklärte VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Schon kleine Einsparungen beim Verbrauch wirken sich deutlich aus: Wer statt sieben nur sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer benötigt, fährt rechnerisch so, als würde der Literpreis von 1,96 auf rund 1,68 Euro sinken. Noch stärker fällt der Effekt bei weiter reduziertem Verbrauch aus.

Tipps für weniger Verbrauch

Der VCÖ empfiehlt, bereits beim Autokauf auf einen möglichst niedrigen realen Verbrauch zu achten und Fahrzeuge nicht größer zu wählen als notwendig. Zudem könne eine Testfahrt helfen, den tatsächlichen Verbrauch besser einzuschätzen.

Tanken günstiger: Preise sinken im April spürbar. ©APA/HARALD SCHNEIDER

Auch das Fahrverhalten hat Einfluss: Vorausschauendes Fahren, frühes Hochschalten und ein korrekter Reifendruck helfen, Sprit zu sparen. Als zusätzliche Verbrauchstreiber nennt der VCÖ unter anderem Dachboxen oder zu stark gekühlte Klimaanlagen.

Forderungen an die Politik

Mit Blick auf mögliche Lieferengpässe sieht der VCÖ auch die Politik gefordert. Die Internationale Energieagentur habe bereits Mitte April vor Engpässen bei Diesel und Kerosin gewarnt. "Bei knappem Angebot ist mit einer Verringerung der Nachfrage gegenzusteuern, um Preisanstiege abzufedern. Je früher wir mit dem Sparen beginnen, umso besser für die Versorgungssicherheit und für die Geldbörse", sagte Schwendinger.

Kritik übt der VCÖ daran, dass es in Österreich bislang keine breit angelegte Bewusstseinskampagne für spritsparendes Fahren gebe. Auch Maßnahmen wie temporäre Tempolimits oder stärkere Anreize für Öffi-Nutzung und Homeoffice würden fehlen. Als einzigen aktuellen Impuls nennt die Organisation die Klimaticket-Kennenlern-Aktion im Mai und Juni.

Fakten im Überblick

  • Dieselpreis in Vorarlberg seit 1. April: minus rund 24 Cent
  • Benzinpreis (Eurosuper): minus rund acht Cent
  • Vorarlberg bei Spritpreisen österreichweit auf Platz zwei
  • Quelle: E-Control, Analyse des VCÖ

Der VCÖ ist eine gemeinwohlorientierte Organisation mit Fokus auf nachhaltige Mobilität und ein effizienteres Verkehrssystem.

(VOL.AT)

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