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Studie sieht steigendes Virus-Risiko in Österreich durch Klimawandel

Klimawandel begünstigt Tropenvirus in Mitteleuropa
Klimawandel begünstigt Tropenvirus in Mitteleuropa ©APA/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/JAMES GATHAN
Eine Krankheit, die bisher vor allem mit tropischen Regionen verbunden war, rückt näher an Mitteleuropa heran. Eine neue Studie zeigt: Auch in Österreich könnten künftig zeitweise Bedingungen herrschen, unter denen ein Tropenvirus übertragen wird. Verantwortlich sind steigende Temperaturen und eine invasive Gelsenart.

Was lange als Problem ferner Länder galt, betrifft zunehmend auch Europa. Laut der Untersuchung kann das Virus Chikungunya inzwischen in weiten Teilen des Kontinents durch Gelsen übertragen werden – zumindest saisonal.

Saisonales Risiko zwischen Mai und September

Wie unter anderem der britische "Guardian" berichtete, ist Chikungunya nicht mehr nur auf Südeuropa beschränkt. Die Forschenden sehen auch für Österreich in mehreren Monaten pro Jahr Bedingungen, unter denen eine Ansteckung grundsätzlich möglich ist.

Konkret kann das Virus bei Temperaturen zwischen etwa 14 und 32 Grad Celsius von der Asiatischen Tigermücke übertragen werden. Für Österreich bedeutet das vor allem in den Sommermonaten, insbesondere im Juli und August, ein potenzielles Risiko. Eine ganzjährige Übertragung gilt hierzulande jedoch nicht als wahrscheinlich.

Neben Österreich werden auch Deutschland, Frankreich, die Schweiz, Belgien und die Niederlande als moderat gefährdet eingestuft. Das Risiko sei dort geringer als in südlichen Regionen Europas, aber höher als bisher angenommen.

Lang anhaltende Beschwerden möglich

Chikungunya wurde 1952 erstmals in Tansania nachgewiesen und war lange auf tropische Gebiete beschränkt. Die Erkrankung führt zu plötzlich einsetzendem Fieber und teils starken Gelenkschmerzen, die längere Zeit anhalten können.

Studien zufolge leiden bis zu 40 Prozent der Betroffenen noch Jahre nach der Infektion an schweren Schmerzen oder entzündlichen Beschwerden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und kleine Kinder.

Tigermücke breitet sich weiter aus

Als zentraler Faktor für die mögliche Ausbreitung gilt die Asiatische Tigermücke. Die invasive Art ist anpassungsfähig und inzwischen auch in Teilen Mitteleuropas nachgewiesen.

Die Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass sich das Virus bereits bei niedrigeren Temperaturen in der Gelse entwickeln kann als bislang angenommen – um rund zwei bis zweieinhalb Grad weniger. Dadurch verlängert sich der Zeitraum im Jahr, in dem eine Übertragung möglich ist.

©AGES

Eine Karte zur Verbreitung der Asiatischen Tigermücke in Österreich zeigt für das Jahr 2024 in mehreren Regionen sporadische und mehrfache Nachweise. Etablierte Populationen sind in Wien, Linz und Graz dokumentiert.

(VOL.AT)

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