Das geht aus der Studie "Feelgood Revolution" des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) hervor, über die unter anderem das Schweizer Portal "20 Minuten" berichtet. Die Untersuchung beschäftigt sich mit Einstellungen zu Gesundheit, Ernährung, Schönheit und Wellness im DACH-Raum.
Milliardenmarkt Wellness wächst weiter
Laut Studie erreichte die weltweite Wellness-Ökonomie im Jahr 2024 ein Volumen von rund 6,8 Billionen US-Dollar. Bis 2029 werde ein Wachstum auf 9,8 Billionen US-Dollar erwartet. Damit sei die Branche inzwischen größer als Tourismus, Sport oder IT.
Die Studienautorin Christine Schäfer sieht dabei einen wachsenden gesellschaftlichen Druck. "Junge Menschen sind gestresster als alte, Frauen sind unzufriedener und stehen unter mehr Druck als Männer", sagte Schäfer laut "20 Minuten". Demnach geben 30 Prozent der Befragten an, fast immer unter Zeitstress zu leiden. Mehr als die Hälfte empfindet den gesellschaftlichen Druck, gut auszusehen, als zu hoch.
Soziale Medien verstärken Schönheitsdruck
Vor allem jüngere Menschen orientieren sich laut Studie stark an Schönheits- und Wellnessidealen. 67 Prozent der 16- bis 24-Jährigen gaben an, dass gutes Aussehen für sie wichtig sei. Fast die Hälfte der Befragten dieser Altersgruppe achte zudem darauf, wie andere ihr Aussehen bewerten.
Eine wichtige Rolle spielen dabei soziale Medien wie Instagram oder TikTok. Laut Studie suchen viele junge Menschen dort nach Informationen zu Gesundheit, Fitness oder Ernährung. Auch KI-Anwendungen wie ChatGPT würden zunehmend genutzt.
Skepsis gegenüber Anti-Aging-Trends
Trotz des Booms sehen viele Befragte Wellness- und Anti-Aging-Trends kritisch. Laut Studie halten 74 Prozent viele Beauty- und Anti-Aging-Angebote für "reine Geldmacherei". Mehr als die Hälfte misstraut zudem Gesundheitsversprechen.
Die Studienautoren sehen darin ein Spannungsfeld: Wellness verspreche zwar Entlastung und Wohlbefinden, könne durch ständige Selbstoptimierung und sozialen Vergleich aber auch zusätzlichen Druck erzeugen.
(VOL.AT)