Der norwegische Biathlet Sivert Guttorm Bakken ist kurz vor Weihnachten im Alter von nur 27 Jahren unerwartet verstorben. Sein Teamkollege Johan-Olav Botn fand ihn am 23. Dezember leblos im Hotelbett – ein Moment, der sich tief ins Gedächtnis eingebrannt hat.
"Ich wusste sofort, dass er tot ist"
Im Interview mit dem norwegischen Sender TV 2 schildert Botn den tragischen Fund. Er wollte an diesem Morgen nur kurz die Autoschlüssel holen, um gemeinsam Skifahren zu gehen. Als er Bakkens Zimmer betritt, findet er ihn leblos vor. "Er war kreidebleich im Gesicht – ich habe sofort verstanden, dass er tot ist", sagt Botn.
Er geriet in Panik, versuchte mehrfach, telefonisch Hilfe zu rufen, rannte dann durch das Hotel, um Rettung zu organisieren. Doch jede Hilfe kam zu spät. Erst mit Eintreffen der Rettungskräfte wurde Botn das ganze Ausmaß bewusst.
Psychologische Hilfe, bleibende Bilder
Die psychologischen Folgen sind noch immer spürbar: "Es geht auf und ab, aber es wird von Tag zu Tag besser", erklärt Botn. Besonders belastend seien die Bilder im Kopf, die sich eingebrannt hätten. Die angebotene psychologische Unterstützung habe er deshalb angenommen.
Rückhalt im Team und Kontakt zur Familie
Für Botn war es ein Trost, dass sich das Team nach Bekanntwerden des Todes gemeinsam im Hotel versammelte. "Ich bin sehr froh, musste ich das nicht alleine bewältigen", so der 26-Jährige. Auch mit Bakkens Familie habe er Kontakt aufgenommen – und will an dessen Beerdigung teilnehmen, selbst wenn das bedeutet, auf Weltcuprennen zu verzichten.
(VOL.AT)