Im Fall des Todes von Mango-Milliardär Isak Andic (71) gibt es neue Hinweise. Laut einem Bericht der spanischen Zeitung La Vanguardia rückt eine Familientherapie nun in den Mittelpunkt der Ermittlungen.
Eine Dolmetscherin, die nach eigenen Angaben zeitweise für die Familientherapeutin der Familie Andic tätig war, hat laut "La Vanguardia" bei der Polizei ausgesagt. Ihren Schilderungen zufolge soll die Wanderung im Montserrat-Gebirge Teil einer therapeutischen Übung gewesen sein.
Die Therapeutin habe sie demnach gebeten, eine geeignete Wanderroute im Montserrat-Gebirge auszuwählen. Die Dolmetscherin sei dieser Aufforderung laut dem Bericht nachgekommen, habe die Route ausgewählt und Jonathan Andic etwa eine Woche vor dem Tod seines Vaters dorthin begleitet.
Therapeutin soll "Extremsituation" vorgeschlagen haben
Nach Angaben der Dolmetscherin habe die Therapeutin vorgeschlagen, Jonathan Andic solle sich während des Gesprächs mit seinem Vater an den Rand eines Abgrunds stellen. Damit habe eine möglichst belastende Situation geschaffen werden sollen.
Aus Sorge, selbst in den Fokus der Ermittlungen zu geraten, habe sich die Dolmetscherin schließlich an die Polizei gewandt. Den Ermittlern habe sie laut "La Vanguardia" außerdem Nachrichten und Sprachnachrichten aus ihrem Austausch mit der Therapeutin übergeben.
Sohn steht unter Verdacht
Isak Andic war am 14. Dezember 2024 bei einer Wanderung im Montserrat-Gebirge rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Zunächst gingen die Behörden von einem tragischen Unglück aus.
Inzwischen steht sein Sohn Jonathan Andic im Verdacht, den Unternehmer vorsätzlich in den Tod gestoßen zu haben. Er weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Jonathan Andic war im Mai festgenommen worden. Nach Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro kam er wieder auf freien Fuß. Seither darf er Spanien nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden.
Ermittlungen dauern an
Die Aussage der Dolmetscherin könnte für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein. Die Behörden prüfen laut "La Vanguardia", welche Rolle die geplante Wanderung spielte und ob die im Zusammenhang mit der Therapie geschilderten Umstände für die Rekonstruktion des Geschehens relevant sind.
Ob Isak Andic Opfer eines tragischen Unglücks oder eines Tötungsdelikts wurde, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
(VOL.AT)