Frankreich bleibt bei der Fußball-WM 2026 das Maß aller Dinge. Angeführt von Kylian Mbappé besiegten die "Les Bleus" Marokko mit 2:0 und stehen zum dritten Mal in Folge im Halbfinale.
Frankreich steht erneut im Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Beim 2:0-Erfolg gegen Marokko zeigte der Titelkandidat eine dominante Vorstellung und ließ dem Afrika-Cup-Sieger kaum Chancen. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Kylian Mbappé, der nach turbulenten Tagen auf und neben dem Platz mit einem Tor und einer Vorlage glänzte.
Mbappé lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung groß. Mbappé umarmte Mitspieler, Trainer und Weggefährten und zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.
"Kylian ist unglaublich", sagte Ousmane Dembélé. Der Angreifer zweifle nie an sich selbst und bewahre auch in schwierigen Situationen die Ruhe. Nationaltrainer Didier Deschamps, der sein Amt nach dem Turnier niederlegen wird, lobte seinen Kapitän ebenfalls: "Wenn du einen Kylian in der Mannschaft hast, musst du dir keine großen Sorgen machen."
Mit sechs Siegen aus sechs Spielen und einem Torverhältnis von 16:2 präsentiert sich Frankreich bislang als stärkste Mannschaft des Turniers. Die französische Sportzeitung "L'Équipe" sprach nach dem Erfolg gegen Marokko von einer "unaufhaltsamen" Équipe.
Rassismus-Eklat überschattete die Woche
Überschattet worden war die Vorbereitung auf das Viertelfinale von rassistischen Anfeindungen gegen Mbappé. Nach dem Achtelfinalsieg gegen Paraguay war der französische Superstar in sozialen Medien von der paraguayischen Senatorin Celeste Amarilla de Boccia massiv beleidigt worden.
Der Vorfall sorgte international für Aufsehen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich dazu. Zudem leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein.
Verschossener Elfmeter bringt Mbappé nicht aus dem Konzept
Auch sportlich musste Mbappé zunächst einen Rückschlag verkraften. In der 28. Minute scheiterte er mit einem Elfmeter an Marokkos Torhüter Bono.
Vor dem Strafstoß kam es zu einer langen Unterbrechung, weil der Zweikampf vor dem Foul nochmals überprüft wurde. Mehrere Minuten musste Mbappé am Elfmeterpunkt warten.
"Ich habe den Elfmeter schlecht geschossen", räumte der Franzose später ein. Die lange Verzögerung habe die Situation zusätzlich schwierig gemacht.
Beeindrucken ließ sich der Offensivstar davon jedoch nicht. Nach rund einer Stunde erzielte er mit einem sehenswerten Treffer die Führung. Wenige Minuten später bereitete er auch das 2:0 durch Dembélé vor.
"Es geht nicht darum, wer die Tore erzielt. Wir kämpfen für Frankreich", sagte Mbappé nach der Partie.
Geschlossenes Team als Erfolgsrezept
Neben Mbappés individueller Klasse überzeugt Frankreich vor allem als Mannschaft. Spieler wie Dembélé oder Michael Olise harmonieren hervorragend und stellen den gemeinsamen Erfolg über persönliche Statistiken.
"Wir spielen mit Leidenschaft", erklärte Mbappé. Es gebe nichts Größeres, als das eigene Land bei einer Weltmeisterschaft zu vertreten.
Lob von Ibrahimović
Auch Zlatan Ibrahimović zeigte sich nach dem Viertelfinale beeindruckt. Besonders Michael Olise hob der frühere schwedische Topstürmer hervor.
"Er ist der Tom Brady Frankreichs", sagte Ibrahimović dem TV-Sender Fox. Wer mit einem Spieler wie Olise zusammenspiele, müsse "nur laufen – der Ball wird ankommen".
Selbst ein Schlag auf den Knöchel konnte Mbappé nach dem Spiel die Laune nicht verderben. Auf seiner Runde über den Rasen umarmte er zahlreiche Wegbegleiter – darunter auch den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp. Frankreichs Erfolgsserie geht damit weiter, und Mbappé bleibt das Gesicht eines Teams, das bei dieser Weltmeisterschaft bislang kaum aufzuhalten ist.
(VOL.AT)