Unterwasser-Fund vor Bergen sorgt für Aufsehen bei Forschern
Unerwarteter Fund bei Tauchgang
Eigentlich suchten Forschende nach Überresten alter Fischereianlagen, als sie in einer schmalen Meerenge bei Øygarden nahe Bergen auf eine auffällige Struktur stießen. Beim Vermessen des Meeresbodens zeigte sich ein massiver Steinstreifen, der sich quer durch die Passage zieht.
"Wir sahen einen markanten Felsstreifen, der sich quer durch die Meerenge zog", sagte Meeresarchäologe Elling Utvik Wammer vom Norwegischen Schifffahrtsmuseum gegenüber "ScienceNorway".
Die Formation ist über 25 Meter lang und stellenweise rund neun Meter breit. Die Steine wirken gezielt angeordnet – ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine natürliche Ablagerung handelt.
Mögliche Falle für Wale
Nach Einschätzung der Forschenden könnte die Struktur Teil einer historischen Walfanganlage gewesen sein. Solche Methoden sind zwar aus schriftlichen Quellen bekannt, bislang fehlten jedoch eindeutige archäologische Belege.
Die Theorie: Die Meerenge wurde gezielt blockiert, um Wale einzuschließen. Anschließend sollen die Tiere gemeinschaftlich gejagt worden sein.
Weitere Struktur entdeckt
In unmittelbarer Nähe fanden die Forschenden zudem einen runden Steinhügel mit etwa 15 Metern Durchmesser. Historischen Berichten zufolge gab es im 18. Jahrhundert Versuche, dort eine weitere Steinmauer zu errichten – offenbar ohne Erfolg.
"Die Menge an Gestein ist überraschend", erklärte Wammer.
Grausame Jagd als Gemeinschaftsarbeit
Zeitgenössische Quellen beschreiben, dass ganze Dorfgemeinschaften an solchen Jagden beteiligt gewesen sein sollen. Wurden Wale gesichtet, sperrten die Menschen die Meerenge mit einem Tor.
Danach griffen sie die Tiere mit Armbrüsten und Pfeilen an, bevor sie erschöpft mit Harpunen an Land gezogen wurden.
Bedeutung für die Forschung
Für die Wissenschaft ist der Fund besonders relevant, weil er erstmals konkrete Spuren einer bisher nur überlieferten Jagdmethode liefern könnte.
"Die neu entdeckte Unterwasser-Ausgrabungsstätte ist sehr ungewöhnlich", so Wammer.
(VOL.AT)