Angst vor überdimensionalen Reisepreisen
Klaus Herburger, Geschäftsführer von Herburger Reisen, sieht aktuell keinen Grund zur Panik. "Zwischen fünf und zehn Prozent können die Preise zum Teil steigen“, sagt Herburger. Von extremen Preissprüngen könne aber keine Rede sein: "Man muss keine Angst haben, dass die Preise überproportional teurer werden.“
Auch Michael Nachbaur, Geschäftsführer High Life Reisen & Nachbaur Reisen, relativiert und spricht vom üblichen Niveau: "Was man spürt, sind ein paar Prozent wegen des Kerosinpreises.“ Große Sprünge gebe es aber nicht: "Da reden wir vielleicht von höchstens fünf Prozent."
Wie gering dieser Anteil tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Gesamtkosten einer Reise. „Der Kerosinanteil ist ein sehr kleiner Anteil vom Urlaub selber“, erklärt Patrick Moosmann, Geschäftsführer des Reisebüros Sunshine Tours.
Kleine Zuschläge statt großer Sprünge
Selbst wenn Treibstoffkosten weitergegeben werden, bleiben die Auswirkungen für Reisende überschaubar. In vielen Fällen handelt es sich nur um kleinere Beträge. "Da redet man über 30 Euro, nicht über 300 Euro“, so Moosmann.
Deutlich wird das im Alltag: "Stärker spürt man die höheren Spritpreise oft am Weg zum Flughafen als beim Flug selbst“, sagt Moosmann. Zudem gleichen sich einzelne Preisbestandteile häufig wieder aus. Steigt ein Teil der Reise, kann ein anderer günstiger werden. Am Ende bleibt der Gesamtpreis oft stabiler als erwartet.
Früh buchen oder doch lieber Last Minute?
Auch beim Buchungszeitpunkt gibt es aktuell wenig Überraschungen. Wer früh dran ist, fährt in den meisten Fällen weiterhin günstiger. "Das spontane Buchen ist meistens sehr teuer“, sagt Klaus Herburger. Je näher der Reisetermin rückt und je voller Flüge und Hotels werden, desto stärker steigen die Preise.
Frühbucher profitieren nach wie vor von besseren Konditionen. "Wer früh bucht, bekommt die Frühbucher-Bonusse“, so Herburger. Gleichzeitig müsse man aber auch beachten, dass sich Preise bei Pauschalreisen noch leicht verändern können. "Bis maximal acht Prozent dürfen Reiseveranstalter erhöhen, mehr geht rechtlich sowieso nicht“, erklärt der Geschäftsführer von Herburger Reisen.
Michael Nachbaur sieht aktuell dennoch eine gewisse Zurückhaltung bei den Buchungen. Viele Vorarlberger würden aufgrund der aktuellen Lage abwarten. Das könne sich aber recht schnell wieder drehen: Sobald sich die Situation stabilisiert, sei erfahrungsgemäß mit einer stärkeren Nachfrage zu rechnen.
Reiseziele im Vergleich
Während klassische Urlaubsländer mit Kurzstreckenflügen weiterhin vergleichsweise stabil bleiben, können Fernreisen teurer werden. "Urlaub in Europa ist bisher nicht wirklich teurer geworden“, betont Michael Nachbaur. Auch bei der Nachfrage gebe es keine außergewöhnliche Entwicklung.
Anders stellt sich die Situation bei Fernreisen dar. Vor allem aufgrund der aktuellen politischen Lage und eingeschränkter Flugverbindungen über den Arabischen Golf. Airlines wie Emirates, Qatar Airways oder Etihad haben bislang einen großen Teil der Verbindungen nach Asien abgewickelt. Fallen diese teilweise weg, wirkt sich das direkt auf die verfügbaren Plätze aus. "Wenn du zum Beispiel jetzt einen Flug nach Asien buchst, kann es sein, dass du deutlich mehr zahlst“, meint Nachbaur. Der Grund: "Wenn große Anbieter wegfallen, werden die verbleibenden Plätze natürlich teurer.“
Preise steigen, bleiben aber im Rahmen
Unterm Strich bleibt die Einschätzung der Branche klar: Reisen wird zwar etwas teurer, von einem Preisschock kann aber keine Rede sein. Die tatsächlichen Mehrkosten bewegen sich meist im einstelligen Prozentbereich und fallen im Vergleich zum Gesamtwert eines Urlaubs kaum ins Gewicht.
(VOL.AT)