Urlaubsparadies unter Druck: Invasive Schlangen breiten sich aus
Vor der Küste Ibizas beobachten Forscher eine ungewöhnliche Entwicklung: Hufeisennattern, eine auf den Balearen eingeschleppte Schlangenart, überwinden offenbar schwimmend die kurzen Distanzen zwischen der Hauptinsel und kleineren vorgelagerten Inselchen.
Was zunächst kurios klingt, stellt für die Natur der Balearen ein ernstes Problem dar. Die invasive Art bedroht die Pityusen-Mauereidechse, die ausschließlich auf Ibiza, Formentera und den umliegenden Inseln vorkommt.
Gefahr für einzigartige Eidechsen
Während die Hufeisennatter für Menschen kaum eine Bedrohung darstellt, sind die Folgen für die heimische Tierwelt gravierend. Die Schlangen sind nicht giftig und vermeiden normalerweise den Kontakt mit Menschen. Für die kleinen Mauereidechsen sind sie jedoch gefährliche Fressfeinde.
Auf mehreren kleineren Inseln sind die Bestände der seltenen Reptilien bereits stark zurückgegangen oder sogar vollständig verschwunden.
Tausende Schlangen gefangen
Die Regionalregierung der Balearen versucht seit Jahren, die Ausbreitung der invasiven Tiere einzudämmen. Dazu kommen Fallen, Überwachungsprogramme und Schutzmaßnahmen für gefährdete Tierarten zum Einsatz.
Nach Angaben der Behörden wurden im Jahr 2025 auf den sogenannten Pityusen – also Ibiza, Formentera und rund 40 weiteren Inseln – mehr als 4.400 invasive Schlangen gefangen. Allein auf Ibiza gingen über 3.600 Tiere in die Fallen. Auf Formentera wurden knapp 900 Exemplare registriert.
Weitere Maßnahmen geplant
Für das laufende Jahr sollen die Schutzmaßnahmen nochmals ausgeweitet werden. Geplant sind zusätzliche Mitarbeiter, mehr Fallen sowie eine intensivere Überwachung sensibler Küstenabschnitte und kleiner Inseln.
Parallel dazu läuft ein Artenschutzprogramm für die bedrohte Pityusen-Mauereidechse. Tiere aus besonders gefährdeten Populationen werden gesichert und unter anderem im Zoo von Barcelona nachgezüchtet, um das Überleben der einzigartigen Art langfristig zu sichern.
Für Urlauber auf Ibiza besteht hingegen kein Grund zur Sorge: Begegnungen mit Hufeisennattern sind zwar möglich, die Schlangen gelten jedoch als ungefährlich und greifen Menschen in der Regel nicht an.
(Red.)