Vater nach Hotelpool-Drama in Italien zutiefst erschüttert: "Das Einzige, woran ich jetzt denke"
Nach dem Tod des vierjährigen Mädchens aus Villach in einem Hotelpool in Milano Marittima ist ihr Vater zutiefst erschüttert. Während die Familie auf die Überführung nach Österreich wartet, dauern die Ermittlungen zum Unglück an.
"Das Einzige, woran ich jetzt denke, ist, dass ich Magdalena wieder nach Hause bringen will", sagte Robert Kaiser gegenüber der italienischen Zeitung "Il Resto del Carlino".
Familie wartet auf Überführung
Gegen den 55-Jährigen aus Villach wird wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt. Sein Anwalt Simone Balzani erklärte: "Dass gegen ihn ermittelt wird, ist das Letzte, woran er denkt."
Inzwischen ist die Familie nach Villach zurückgekehrt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und den beiden weiteren Töchtern wartet Kaiser auf die Freigabe der Staatsanwaltschaft, damit der Leichnam der Vierjährigen nach Österreich überführt werden kann.
Ermittler rekonstruieren den Unglückshergang
Die Aufnahmen der Überwachungskameras helfen den Ermittlern, die letzten Minuten vor dem Unglück zu rekonstruieren. Entgegen ersten Erkenntnissen soll der Vater nach dem Mittagessen nicht auf das Hotelzimmer zurückgekehrt sein.
Während seine Ehefrau und die beiden weiteren Töchter auf die Zimmer gingen, blieb er im Speisesaal. Magdalena fragte ihren Vater, ob sie im Spielzimmer spielen dürfe, das sich auf der gegenüberliegenden Seite der Lobby befand. Er erlaubte es.
Die Überwachungskameras zeigen, dass die Vierjährige zunächst zweimal versuchte, das Hotel zu verlassen. Die automatische Eingangstür öffnete sich jedoch nicht, weil der Bewegungssensor auf die Körpergröße von Erwachsenen eingestellt war.
Beim dritten Versuch nutzte Magdalena den Moment, als ein Hotelgast das Hotel betrat, schlüpfte durch die geöffnete Tür ins Freie und ging zum Swimmingpool an der IX. Traversa.
Poolzugang war geöffnet
Nach der bisherigen Rekonstruktion fanden die Ermittler das Zugangstor zum Pool geöffnet vor. Dabei war der Bereich zwischen 13 und 15 Uhr laut Hinweisschild eigentlich gesperrt.
Die Behörden weisen darauf hin, dass ein vierjähriges Kind einen entsprechenden Hinweis ohnehin nicht hätte lesen können.
Während sich das Unglück ereignete, wurde der Vater nach Angaben der Ermittler von den beiden Hotelbetreibern kurz nach draußen gebeten, um bei einer kleinen Angelegenheit zu helfen. Er habe nicht bemerkt, dass seine Tochter das Gebäude verlassen hatte.
Obduktion bestätigt Ertrinken
Die Obduktion, die der Gerichtsmediziner Matteo Tudini durchführte, bestätigte die ersten Erkenntnisse. Magdalena starb durch Ertrinken. Am Körper wurden keine Verletzungen festgestellt, die auf andere Ursachen zurückzuführen sind.
Das Mädchen wurde bäuchlings im Wasser gefunden. Es trug ein rosa T-Shirt und eine Windel. Trotz sofortiger Einlieferung in das Krankenhaus Bufalini in Cesena erlag die Vierjährige wenig später den Folgen des Unglücks.
Ermittlungen dauern an
Die Ermittlungen dauern an. Neben dem Vater werden auch die beiden Hotelbetreiber wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung untersucht. Nach Angaben von Personen aus ihrem Umfeld seien auch die beiden Hotelbetreiber tief erschüttert über das Unglück in dem familiengeführten Betrieb.
Die Hotelanlage umfasst ein 13 m langes und sechs Meter breites Schwimmbecken mit einer Tiefe von 1,52 m sowie ein separates Kinderbecken mit einer Tiefe von 80 cm. Diese beiden Becken sollen nun Gegenstand der technischen Untersuchungen sein.
(VOL.AT)