Vatikan prüft mögliches Wunder durch Papst Benedikt XVI.
Heilung nach Segen von Benedikt XVI. – Vatikan untersucht Fall
Wie die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" in ihrer Freitagsausgabe berichtet, prüft der Vatikan derzeit ein mögliches Wunder, das dem verstorbenen Papst Benedikt XVI. zugeschrieben werden könnte. Im Zentrum steht die Geschichte von Peter Srsich, einem jungen Mann aus dem US-Bundesstaat Colorado, bei dem ein fortgeschrittenes Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde.
Der Tumor war so groß, dass er auf das Herz drückte – selbst eine Biopsie galt als riskant. In dieser schwierigen Lage wandte sich die Hilfsorganisation "Make-a-Wish" an den Jugendlichen: Sein Wunsch – den Papst zu treffen.
Begegnung in Rom mit unerwarteter Wendung
Im Mai 2012 wurde dieser Wunsch erfüllt. Peter reiste mit seiner Familie nach Rom und nahm an einer Generalaudienz von Benedikt XVI. teil. Dort kam es zu einem kurzen persönlichen Treffen. Benedikt, ohne über die genaue Krankheitslage informiert zu sein, legte seine rechte Hand direkt auf die Brust des jungen Mannes – genau an die Stelle, an der sich der Tumor befand – und segnete ihn.
Kurz danach begann sich Peters Gesundheitszustand rapide zu verbessern. Die Heilung gilt laut den behandelnden Ärzten als medizinisch unerklärlich. Peter selbst spricht zurückhaltend darüber und vermeidet den Begriff "Wunder". Dennoch: Neun Jahre später, am 15. Mai 2021, wurde er zum Priester geweiht.
Möglicher Schritt zur Seligsprechung
Der Fall wird nun im Rahmen des Seligsprechungsprozesses für Benedikt XVI. untersucht. Ob der Heilungsverlauf als Wunder im Sinne der katholischen Kirche anerkannt wird, ist offen. Die Prüfung erfolgt nach streng festgelegten Kriterien durch eine medizinische Kommission, Theologen und schließlich den Papst selbst.
Benedikt XVI. war von 2005 bis 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Mit seinem Rücktritt – dem ersten eines Papstes seit Jahrhunderten – wurde er zum "Papst emeritus". Er verstarb im Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren.
(VOL.AT)