Vergeltung angekündigt – doch Gerüchte um Koma halten an
Persönlich trat der 56-Jährige nicht auf. Seit seiner offiziellen Nachfolge am Montag ist er in der Öffentlichkeit nicht erschienen.
Drohungen in verlesener Erklärung
In der im Fernsehen vorgetragenen Erklärung heißt es laut einer Übersetzung von "BBC Persian", die Straße von Hormus solle weiterhin als Druckmittel genutzt werden. Zudem habe Chamenei die Golfstaaten aufgefordert, amerikanische Militärstützpunkte auf ihrem Territorium zu schließen. Andernfalls werde das iranische Regime diese weiterhin angreifen.
Zugleich war von "Freundschaft" mit den Nachbarländern die Rede. Angriffe richteten sich ausschließlich gegen US-Einrichtungen in diesen Staaten, so die verlesene Botschaft.
Darüber hinaus kündigte der neue "Oberste Führer" Vergeltung an: Man werde nicht zögern, "das Blut der getöteten Iraner zu rächen". Konkret erwähnt wurde ein Vorfall in Minab, bei dem bei einem US-Angriff eine Schule getroffen worden sein soll. Dabei seien nach iranischen Angaben 168 Menschen, darunter rund 110 Kinder, getötet worden
Chamenei rief außerdem zu Demonstrationen am sogenannten "Al-Kuds-Tag" auf. Der vom iranischen Regime eingeführte Aktionstag ist traditionell von Protesten gegen Israel geprägt.
Keine öffentlichen Auftritte
Trotz der nun verbreiteten Botschaft bleibt unklar, wo sich Chamenei derzeit aufhält. Seit Beginn der jüngsten militärischen Eskalation fehlt von ihm jede öffentliche Spur.
Israelische Regierungsquellen gehen laut Berichten davon aus, dass Chamenei beim ersten Angriff am 28. Februar am Bein verletzt worden sein könnte. Demnach habe er möglicherweise schwere Verletzungen erlitten. Auch mehrere Angehörige sollen bei dem Angriff ums Leben gekommen sein.
Iranische Quellen bestätigten am Donnerstag, dass er verletzt sei. Ein Beamter, der als Sohn von Präsident Massud Peseschkian bezeichnet wird, erklärte hingegen, er habe über indirekten Kontakt erfahren, Chamenei sei "wohlauf".
Offizielle, unabhängige Bestätigungen zu seinem Gesundheitszustand gibt es bislang nicht. Die Spekulationen reichen von einer schweren Verletzung bis hin zu Gerüchten über ein mögliches Koma oder sogar seinen Tod.
Ob die im Staatsfernsehen verlesene Botschaft tatsächlich persönlich von Modschtaba Chamenei stammt, lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
(VOL.AT)