Versteckt in Indonesiens Bergwäldern: rätselhafter Vogel entdeckt
Nun gelang Forschern auf einer indonesischen Insel eine spektakuläre Wiederentdeckung.
Ein kleiner grüner Papagei sorgt derzeit in der Vogelwelt für Aufsehen. Der sogenannte Burulori (Charmosynopsis toxopei) galt über Jahrzehnte hinweg praktisch als verschollen. Seit seiner Erstbeschreibung im Jahr 1920 war die Art nur ein einziges Mal – im Jahr 2014 – gesichert nachgewiesen worden.
Nun konnten Ornithologen den seltenen Vogel erneut beobachten und erstmals seit Jahren fotografieren. Die Entdeckung liefert wichtige Hinweise auf die Lebensweise einer der geheimnisvollsten Vogelarten der Erde.
Suche in unzugänglichen Bergregionen
An der Expedition beteiligt waren der indonesische Naturführer Sumaraja von Birdtour Asia sowie John Mittermeier von der American Bird Conservancy.
Die Suche konzentrierte sich auf die indonesische Insel Buru, die als einzig bekanntes Verbreitungsgebiet des Burulori gilt. Frühere Nachweise stammten aus tiefer gelegenen Waldgebieten. Dort blieb die Art jedoch jahrzehntelang unauffindbar.
Eine neue Spur ergab sich erst, nachdem Bergsteiger einen Wanderweg zum rund 2700 Meter hohen Gipfel der Insel angelegt hatten. Im Frühjahr 2026 nutzten die Forscher die neue Route, um bislang kaum erforschte Höhenlagen zu erreichen.
Sechs Tage durch den Dschungel
Der Weg in die abgelegenen Bergwälder war alles andere als einfach. Sechs Tage lang kämpfte sich das Team durch dichte Vegetation und über steile Kalkfelsen, ehe die Forscher einen Nebelwald in den höheren Lagen der Insel erreichten.
Der Aufwand wurde belohnt. Bereits wenige Stunden nach der Ankunft entdeckten die Ornithologen einen kleinen grünen Papagei – einen Burulori.
Ein Foto gelang zunächst nicht. Erst zwei Tage später konnte das Team die seltene Vogelart während einer Frühstückspause erneut beobachten und fotografieren.
Erst der zweite Nachweis seit 1920
Die Aufnahme stellt den ersten gesicherten Bildnachweis seit 2014 dar und erst die zweite dokumentierte Sichtung seit der wissenschaftlichen Beschreibung vor mehr als einem Jahrhundert.
Darüber hinaus konnten die Forscher erstmals die Rufe der seltenen Vögel aufzeichnen. Die neuen Daten sollen helfen, die Art künftig leichter aufzuspüren und besser zu erforschen.
Hoffnung für eine bedrohte Art
Die Entdeckung deutet darauf hin, dass Buruloris vor allem in höher gelegenen Bergwäldern leben. Diese Regionen gelten als vergleichsweise unberührt und sind deutlich schwerer zugänglich als die tieferen Waldgebiete der Insel.
Dennoch bleibt die Situation der Art kritisch. Das bekannte Verbreitungsgebiet ist äußerst klein, wodurch der Vogel besonders anfällig für Umweltveränderungen ist. Zudem stehen Teile der Wälder auf Buru durch Holzeinschlag und Bergbau unter Druck.
Die Wiederentdeckung des Burulori zeigt jedoch, dass selbst im 21. Jahrhundert noch überraschende Entdeckungen möglich sind – und dass manche Naturgeheimnisse auch nach mehr als 100 Jahren noch nicht vollständig gelüftet sind.
(VOL.AT)