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Verwirrung um Hormus-Passage: Schifffahrt misstraut Politik

Eine Normalisierung des Schiffsverkehrs ist nicht in Sicht.
Eine Normalisierung des Schiffsverkehrs ist nicht in Sicht. ©APA/AFP
Trotz Freigabe-Meldung bleibt die Lage in der Straße von Hormus chaotisch. Reedereien zögern, die USA halten an der Blockade iranischer Häfen fest – und Teheran zieht die Öffnung laut Fars schon wieder zurück.

Widersprüchliche politische Signale bremsen eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus weiter aus. Zwar hatte Teheran am Freitag, 17. April 2026, erklärt, die Passage für den Handel wieder zu öffnen. Gleichzeitig stellte der Iran Bedingungen wie Genehmigungen und feste Routen in Aussicht, während die USA ihre Blockade iranischer Häfen bekräftigten. Branchenbeobachter gehen deshalb nicht von einer schnellen Rückkehr zum Normalbetrieb aus.

Seit der Freigabe herrscht in der Schifffahrt große Unsicherheit. Reedereien und Versicherer reagieren laut Marktbeobachtern zurückhaltend, weil politische Ankündigungen und die operative Lage vor Ort auseinanderfallen. Genau dieses Misstrauen könnte den Verkehr noch länger bremsen.

Iran öffnet – und droht zugleich wieder mit Schließung

Der Iran hatte die Wasserstraße nach Beginn der militärischen Eskalation am 28. Februar 2026 faktisch gesperrt. Am Freitag, 17. April 2026, erklärte Teheran dann, die Straße von Hormus sei wieder für den Handel offen. Gleichzeitig machten iranische Stellen deutlich, dass Schiffe nur mit iranischer Erlaubnis und auf vorgegebenen Routen passieren sollen. AP berichtet zudem von Gebühren- und Genehmigungsauflagen.

Die Entspannung hielt aber offenbar nicht lange. Nach der neueren Entwicklung aus Teheran macht der Iran die am Vortag angekündigte Öffnung laut der Nachrichtenagentur Fars wieder rückgängig. Als Begründung wird die anhaltende US-Blockade iranischer Häfen genannt. Diese neue Wendung verschärft die Unsicherheit für Reedereien zusätzlich.

USA halten Druck aufrecht

Parallel zur iranischen Freigabe-Meldung hielten die USA an ihrer Seeblockade fest. Präsident Donald Trump erklärte, sie werde aufrechterhalten, solange keine umfassende Vereinbarung mit dem Iran erzielt sei. AP berichtet zudem, Trump habe für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit einer Fortsetzung der Blockade und neuen Angriffen gedroht.

In Teheran löste das scharfe Reaktionen aus. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, die Straße von Hormus werde bei Fortdauer der US-Blockade nicht offen bleiben. Auch Außenamtssprecher Ismail Baghai bezeichnete die Seeblockade laut iranischen Medien als Verstoß gegen die Waffenruhe und kündigte eine Reaktion an.

Feuerpause wackelt – neue Gespräche im Raum

Die aktuelle Feuerpause gilt laut AP bis Mittwoch, 22. April 2026. Pakistan bemüht sich um eine Verlängerung und bereitet eine weitere Gesprächsrunde in Islamabad vor. Eine Einigung gibt es bislang nicht, doch die Vermittlungsbemühungen laufen weiter.

Für die Schifffahrt bleibt damit vorerst entscheidend, was tatsächlich auf dem Wasser gilt – nicht nur, was in Washington oder Teheran angekündigt wird. Solange sich politische Drohungen, militärische Maßnahmen und operative Regeln widersprechen, dürfte das Vertrauen in eine sichere Passage ausbleiben.

(VOL.AT/APA/DPA)

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