Vireninfektionen könnten Alzheimer- und Parkinson-Risiko deutlich erhöhen
SARS-CoV-2 mit stärkstem Effekt auf Alzheimer-Risiko
Die Auswertung ergab, dass Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um 88 Prozent erhöhten (OR: 1,88; 95 % KI: 1,53–2,32). Auch andere Viren wie das Cytomegalovirus (CMV), das Hepatitis-C-Virus sowie das humane Herpesvirus zeigten einen signifikanten Zusammenhang mit einer erhöhten Alzheimer-Wahrscheinlichkeit. Für CMV lag das Risiko bei plus 41 Prozent, für Hepatitis C bei plus 39 Prozent, für Herpesviren bei plus 24 Prozent.
Hepatitis-Viren auch mit Parkinson assoziiert
In Bezug auf die Parkinson-Krankheit stellten die Forschenden eine Risikoerhöhung bei Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus um 18 Prozent sowie mit dem Hepatitis-C-Virus um 29 Prozent fest.
Für die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) konnte in der Metaanalyse kein signifikanter Zusammenhang mit Virusinfektionen festgestellt werden. Die Studienlage hierzu blieb ohne klaren Hinweis auf eine erhöhte Krankheitswahrscheinlichkeit.
Weitere Forschung notwendig
Die Autoren der Untersuchung betonen, dass mehrere Virusinfektionen offenbar Risikofaktoren für die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen darstellen. Unklar bleibt jedoch, welche biologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Künftige Studien sollen genauere Erkenntnisse zu den pathophysiologischen Zusammenhängen liefern.
(VOL.AT)