Wenn in Vorarlberg über ehemalige Profis gesprochen wird, fällt sein Name immer wieder: Gerald Krajic. Der gebürtige Wiener spielte für Austria Wien, Untersiebenbrunn, Kapfenberg, Leoben, Pasching, Austria Kärnten, Wiener Neustadt und die Vienna, vor allem aber für Austria Lustenau.
In seiner Laufbahn absolvierte der Offensivspieler 433 Pflichtspiele, erzielte 106 Tore und bereitete 32 weitere vor. "Ich hadere mit nichts, was ich bisher erlebt habe", sagt Krajic rückblickend. "Meine Karriere war wunderschön." Heute ist der 44-Jährige wieder Lehrer an der SMS Hohenems und bleibt damit seiner zweiten Heimat treu.
Viele Stationen, viele Erfahrungen
Krajic kam als Jugendlicher zu Austria Wien und gab 1999 bei den Veilchen sein Debüt im Profifußball. Was folgte, war eine Laufbahn mit zahlreichen Stationen und unterschiedlichen Rollen, von der Bundesliga bis in die zweite Liga. "Ich habe mich nie dagegen gewehrt, wenn ich etwas Neues ausprobieren konnte", sagt er.
Mit etwas Abstand blickt er auch selbstkritisch zurück. "Ich war ein sehr verbissener Spieler. Wahrscheinlich hätte es mir gutgetan, in gewissen Situationen lockerer und geduldiger zu bleiben." Ein ganz großes Karriere-Highlight habe zwar gefehlt, "aber ich habe sehr schöne Momente erlebt und viele Erinnerungen gesammelt".
Grün-Weiß als prägendes Kapitel
Besonders stark verbunden fühlt sich Krajic bis heute mit Austria Lustenau – jenem Verein, für den er insgesamt 100 Pflichtspiele bestritt, 28 Tore erzielte und elf weitere vorbereitete. 2011 erreichte er mit den Grün-Weißen sogar das ÖFB-Cupfinale, unterlag dort jedoch der SV Ried mit 0:2.
Vor allem seine erste Zeit in der Stickergemeinde blieb ihm in Erinnerung. "Das erste halbe Jahr dort war sensationell", sagt er. Nach schwierigem Start und einem Trainerwechsel blieb das Team elf Spiele ungeschlagen. "Das war wirklich eine wunderschöne Zeit."
Dass Krajic auch nach der Karriere in Vorarlberg geblieben ist, kommt für ihn nicht von ungefähr. "Ich bin nicht ohne Grund im Ländle hängengeblieben." Den Verein verfolgt er weiterhin genau und ist, wenn es sich zeitlich ausgeht, auch gerne im Stadion: "Hoffentlich schaffen sie den Aufstieg in die Bundesliga. Ich würde es ihnen wirklich wünschen."
Zwischen Lehrerzimmer und Gaststube
Schon während seiner aktiven Laufbahn dachte Krajic an die Zeit danach. Lehrer wäre jener Beruf gewesen, den er auch ohne Fußball gewählt hätte. "Ich habe immer darauf geachtet, dass ich schon während meiner aktiven Zeit in diese Richtung vorausblicke", sagt er.
Zwar blieb er zunächst auch dem Fußball erhalten, arbeitete als Trainer beim SC Hatlerdorf und bei den Frauen von RW Rankweil, langfristig entschied er sich aber für andere Wege. Einer davon führte ihn 2022 gemeinsam mit seiner Frau Karoline in die Gastronomie. Mit der Übernahme der Kreiers Alp in Hohenems begann ein neues Kapitel. "Ich habe mir das ein wenig einfacher vorgestellt", sagt Krajic offen, fügt aber hinzu: "Es macht mir richtig viel Spaß, und ich bereue es nicht, diesen Schritt gemacht zu haben."
Seit Februar ist er zusätzlich wieder in die Schule zurückgekehrt. "Ich habe gemerkt, dass mir am Berg oben etwas fehlt. Man hat überall mit Menschen zu tun, das macht das Ganze so wertvoll", sagt er. Wie es weitergeht, lässt Krajic offen. "Wenn ich wüsste, was noch kommt", sagt er und lacht. Klar ist nur: Stillstand ist für ihn keine Option.
(VOL.AT)