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Vom Torjäger zum Talente-Förderer

©GEPA
Tamás Tiefenbach erlebte mit Austria Lustenau den Bundesliga-Aufstieg und große Derbys, heute ist er beim VfB Hohenems für den Nachwuchs mitverantwortlich.

Wenn Tamás Tiefenbach auf seine Karriere zurückblickt, denkt er zuerst an Dankbarkeit. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt der 53-Jährige. 354 Pflichtspiele, 94 Tore, Stationen in Ungarn, der Schweiz und Österreich, dazu der Bundesliga-Aufstieg mit Austria Lustenau – es ist eine Laufbahn mit Höhen und Tiefen. "Ich durfte unterschiedliche Länder und Kulturen kennenlernen und mit vielen guten Trainern, wunderbaren Menschen und Freunden zusammenarbeiten", sagt der gebürtige Budapester. "Ich kann auf eine wunderschöne Karriere zurückblicken."

Tamás Tiefenbach absolvierte 135 Spiele für Austria Lustenau. ©GEPA

Ein Kapitel voller Emotionen

1997 führte ihn der Weg von St. Gallen nach Vorarlberg. Das Bosman-Urteil hatte den Markt verändert, Hubert Nagel bemühte sich intensiv um den Stürmer. "Ich hatte ein gutes Gefühl bei den Gesprächen", erinnert sich Tiefenbach. Er verlängerte seinen Vertrag in der Schweiz nicht und entschied sich bewusst für den Schritt nach Lustenau, eine Entscheidung, die er "nie bereut" hat. "Ich bin heute froh, dass ich mich damals so entschieden habe."

Er war auch zweimal Interimstrainer der Lustenauer.

Mit den Grün-Weißen erlebte er eine der prägendsten Phasen der Vereinsgeschichte. Der Bundesliga-Aufstieg und die erste Saison im Oberhaus seien "ein wunderschönes Ereignis für ganz Vorarlberg" gewesen. Mehrere Tausend Fans strömten ins Reichshofstadion, das Derby gegen Schwarz-Weiß Bregenz am 21. Juli 1999 lockte 10.949 Fans an, Rekordkulisse, zusätzliche Tribünen wurden aufgestellt, gefeiert wurde im legendären Austria-Dorf. Der 3:0-Sieg bleibt unvergessen. "Das waren besondere Momente", sagt Tiefenbach, der insgesamt 135 Pflichtspiele für Lustenau absolvierte.

Wünscht den Fans den Bundesliga-Aufstieg: Tamás Tiefenbach. ©Privat

Der Abstieg 2000 traf ihn hart. Verletzungen begleiteten ihn durch die Saison, am Ende musste er mit einem Nasenbeinbruch von außen zusehen. "Das war sehr schmerzhaft", sagt er. Besonders wegen der tollen Austria-Fans und des gesamten Umfelds habe dieser Abstieg sehr wehgetan. "Die Austria-Fans verdienen Bundesliga-Fußball", betont Tiefenbach. Der Mannschaft nicht helfen zu können, "das hat schon sehr wehgetan".

Der bewusste Schritt zurück

Nach einer weiteren Bundesliga-Saison bei Admira Wacker und einer Rückkehr nach Lustenau wechselte Tiefenbach 2003 zum VfB Hohenems. Die Entscheidung war auch eine Frage der Perspektive. "Ich hatte das Gefühl, dass mir die Motivation etwas gefehlt hat und ich meine berufliche Karriere starten wollte."

Besonderer Moment für die Familie Tiefenbach: Daniel trifft, Tamás jubelt mit. ©GEPA

Er begann die Trainerausbildung, besitzt aktuell die UEFA-A-Lizenz und spielte parallel in der Regionalliga. In seiner letzten Saison 2008/09 erzielte er 16 Tore, zog danach aber einen Schlussstrich. "Der Zeitpunkt war gekommen", sagt er. Die Ausbildung, der Beruf und der eigene Anspruch hätten diesen Schritt nahegelegt. "Ich bin froh, dass es mir heute gut geht."

Verantwortung für die nächste Generation

Dass er dem Fußball treu bleiben würde, war lange nicht geplant. Erst als sein Sohn Daniel beim VfB mit dem Fußballspielen begonnen hatte, war für Tiefenbach klar: "Ich will etwas zurückgeben", sagt er. Kinder fördern, Trainer unterstützen, altersgerecht arbeiten, das sei ihm wichtig. Seit Dezember 2021 ist er sportlicher Leiter im Nachwuchs beim VfB.

Tamás (links) fand auch durch Sohn Daniel den Weg in die Nachwuchsarbeit. ©Privat

Die Entwicklung der Kinder bereitet ihm die größte Freude. "Sie haben ein Recht darauf, gut betreut zu werden." Gerade in Zeiten von Smartphone, Social Media und Spielkonsole sei Bewegung wichtiger denn je. Neben seiner Tätigkeit im Verein arbeitet Tiefenbach als Gesundheitsmanager und Sicherheitsfachkraft bei der Firma Collini. Im November 2025 wurde er Großvater einer Enkeltochter, Elyna. "Es gibt genug zu tun", sagt er und lacht.

(VOL.AT)

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